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FUSSBALL: Zoff mit den Bundesliga-Kameraleuten

Die Kameraleute melden sich kurz vor dem Start der Bundesliga zu Wort. Die Gilde der deutschen Kameraleute (GdF) droht auf ihrer Homepage indirekt mit einem Streik.

Kameraleute - Sie liefern die Fußball-Bilder, die Fans und Zuschauer in verschiedenen Sportsendungen verabreicht bekommen. Exakt diese Berufsgruppe meldet sich jetzt, kurz vor dem Start der Bundesliga, zu Wort. Die Gilde der deutschen Kameraleute (GdF) droht auf ihrer Homepage indirekt mit einem Streik. »Vor einer endgültigen Einigung für Plazamedia/PMM zu arbeiten, bedeutet sich auf deren Bedingungen einzulassen«, ist dort schwarz auf gelb zu lesen. Die GdF sieht sich als Interessensvertretung der hauptberuflich freischaffenden Kameraleute in Deutschland. Diese freien, oder selbständigen Kameraleute werden von der Firma »Plazamedia« beauftragt und in den Fußball-Stadien eingesetzt. Das Unternehmen ist der einzige Bilderlieferant für die Fußballsendungen von SAT.1, Premiere World und DSF. Ein Streik der Kameraleute hätte somit verheerende Auswirkungen auf die Fußball-Übertragungen.

Verträge nicht akzeptabel

Die Kameraleute wehren sich gegen die von »Plazamedia« vorgelegten Verträge. Sie seinen nicht akzeptabel, sagte das Vorstandsmitglied GdF, Axel Rose. Vor allem die Höhe des Honorars und die Frage der Reisezeit treibt die Kameraleute der GdF auf die Barrikaden. 600 Mark stehen einem Kameramann zurzeit pauschal für einen Bundesliga-Einsatz zu. Darin inbegriffen ist auch die Anfahrtszeit zum Stadion.

Anfahrtszeit keine Arbeitszeit

Diese Regelung ist in den allgemeinen Auftragsbedingungen, die den Kameraleuten von »Plazamedia« zugeschickt wurden, plötzlich nicht mehr gültig. »Da ist jetzt von zehn Stunden vor Ort die Rede«, beklagt sich Axel Rose am stern.de-Telefon. »Die Anfahrtszeit wäre somit keine Arbeitszeit mehr«. Hinzu kommt, dass das Grundhonorar von derzeit 600 Mark für zehn Stunden Arbeit, bis 2004 festgeschrieben werden soll. »Das ist aber schon seit vier Jahren gültig. Wir sollen also acht Jahre ohne Erhöhung des Honorars auskommen«, so Rose. Von einem Streik möchte Rose (noch) nichts hören. »Wir werden am Montag erneut mit Plazamedia verhandeln und sind guter Dinge, dass wir die strittigen Punkt klären können! Sollten die Verhandlungen jedoch scheitern, stehen die Kollegen nicht zur Verfügung, die die neuen Bedingungen nicht unterschrieben haben.«

Ausfälle kompensieren

Ins gleiche Horn stößt auch Jan Schwark, Leiter Marketing und Kommunikation bei Plazamedia gegenüber stern.de: »Das ist eine Sache, die der Gilde aus den Händen geglitten ist. Wir sind zu Gesprächen bereit und werden weitere Verhandlungen führen.« Von einem etwaigen Streik zeigt er sich dennoch unbeeindruckt: »Wir können keinem vorschreiben zu arbeiten. Selbst wenn diese 140 Kameraleute ausfallen sind die Übertragungen gesichert. Wir können solche Ausfälle durch andere Kollegen kompensieren.«

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