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Abstieg nach 70 Jahren: Fans erzwingen Abbruch und demütigen Spieler: Der skandalöse Abstieg der Grasshoppers Zürich

Nach 70 Jahren in der obersten Schweizer Liga steigen die Grasshoppers Zürich ab. Beim entscheidenden Spiel in Luzern kommt es zum Skandal: Fans des Vereins erzwingen einen Spielabbruch und fordern die Spieler auf, in Unterwäsche das Feld zu verlassen.

Enttäuscht verlassen Spieler der Grasshoppers Zürich das Spielfeld in Luzern

Enttäuscht verlassen Spieler der Grasshoppers Zürich das Spielfeld in Luzern

DPA

Nach 70 Jahren Ligazugehörigkeit war es soweit: Der Schweizer Rekordmeister Grasshoppers Zürich ist aus der ersten Schweizer Liga abgestiegen - und das unter skandalösen Umständen. Die Fans erzwangen am Sonntag beim Stand von 4:0 für den FC Luzern einen Spielabbruch. Die Rowdies hatten sich am Spielfeldrand versammelt und so eine sichere Fortführung der Partie unmöglich gemacht. Das Match wurde zunächst für 20 Minuten unterbrochen und dann schließlich abgepfiffen.

Von den Spielern verlangte der erboste Anhang, ihre Trikots auszuziehen und in Unterwäsche in die Kabine zu gehen. Was die Profis dann auch taten. "Gebt das Leibchen! Lasst die Hosen runter! Verpisst Euch!", skandierten die Fans nach einem Bericht des Schweizer "Blick". Zürich-Torwart Heinz Lindner sagte auf die Frage, ob es einer Erniedrigung der Spieler gleichkam: "Nein, wenn es dazu beigetragen hat, Ausschreitungen oder Gewalt zu verhindern, ist es egal, ob es erniedrigend ist oder nicht."

Grasshoppers Zürich wollten Sicherheit der Spieler gewährleisten

Der Verein erklärte das Vorgehen im Nachhinein auf seiner Internetseite: "Weil die Situation zu eskalieren drohte, haben wir in Absprache mit den Sicherheitskräften entschieden, der Kurve die Trikots zu übergeben. Die Sicherheit der Spieler und jene der friedlichen Fans im Stadion ist das für uns wichtigste Gut. Die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir damit das unsportliche und menschlich fragwürdige Verhalten gutheissen."

Grasshoppers-Trainer Uli Forte war nach dem Abstieg und den Ereignissen in Luzern sichtlich mitgenommen: "Das ist nicht nur ein rabenschwarzer Tag für GC (Grasshopper Club, Anm.d.Red.), sondern für den ganzen Schweizer Fussball. Das, was mit den Fans passiert, ist ein absolutes No-Go."

Mit der Niederlage steigt der Traditionsverein nach 70 Jahren in der obersten Schweizer Liga in die Challenge League ab. Der Abstieg hatte sich seit langem abgezeichnet. Seit 18 Spielen, seit Oktober 2018, wartet der Verein auf einen Sieg.

Quellen: "Blick"; "Vereinsseite Grasshopper Club Zürich"; "DPA"

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