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KOMMENTAR: Münchner Überheblichkeit

Ein bisschen arrogant waren die »Könige« der Bundesliga schon immer. Kein Wunder, denn eigentlich hat der Traditionsclub aus dem Freistaat den Platz an der Sonne gepachtet.

»Es ist doch noch schöner, wenn man erst einen großen Rückstand hat und doch noch Meister wird.« Giovane Elbers Aussage nach dem 1:5-Debakel der Bayern gegen Schalke ist mehr als nur die lustige Bemerkung eines immer gut gelaunten Brasilianers. Der Satz spiegelt auch die ungebrochene Überheblichkeit beim Rekordmeister wieder. Und dass, obwohl bei den Münchnern momentan die Hütte oder besser gesagt der Palast brennt.

Ein bisschen arrogant waren die »Könige« der Bundesliga schon immer. Kein Wunder, denn eigentlich hat der Traditionsclub aus dem Freistaat den Platz an der Sonne gepachtet.

Gewonnen, was es zu gewinnen gab

Doch in dieser Spielzeit kommt hinzu, dass die Mannschaft satt ist. Ein Titelhattrick, der Champions League-Triumph und als Krönung der Weltpokal. Die Elf hat gewonnen, was es zu gewinnen gab. Da kann es den erfolgsverwöhnten Kickern im schnöden Bundesligaalltag schon schwer fallen, ohne Überheblichkeit der Konkurrenz gegenüberzutreten.

Böses Erwachen?

Deutschlands Vorzeigeclub hat sich die Titeljagd in diesem Jahr zu leicht vorgestellt. Wenn die Spieler - trotz allem Konkurrenzkampf im Kader - nicht heiß sind, wenn sie nicht erkennen, dass die deutsche Meisterschaft auch dem FC Bayern nicht geschenkt wird, gibt es zum Saisonende ein böses Erwachen.

Die momentane Misserfolgsserie sollte eigentlich die Dramatik der Situation deutlich machen. Elbers Worte zeigen jedoch, dass selbst das Donnerwetter, welches nun über München tobt, das Selbstverständnis der Fußball-Millionäre nicht tief erschüttert hat. Aber: Hochmut kommt vor dem Fall. Und der könnte für die Bayern in dieser Saison ganz tief sein.

Christian Meyer

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