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Kritik: Rummenigges Rundumschlag

Altmeister Rummenigge meldet sich zu Wort: Gegen die geplante Liga-Reform, mit Hoffnung auf Bundesliga in der ARD-Sportschau und mit Ausblick auf's Bezahlfernsehen.

Die Kritik des deutschen Meisters FC Bayern München an der von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geplanten Reform des Liga-Pokals entzündet sich vor allem an der Zunahme der Spieltermine und einer befürchteten finanziellen Einbuße bei einer Erhöhung der Teilnehmerzahl von sechs auf 32 Mannschaften. "Eine zentrale Frage für uns ist, was gibt es für Geld zu verdienen? Der FC Bayern spielt nirgendwo umsonst mit", erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Mittwochabend am Rande einer Veranstaltung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in München.

Gegen die Zunahme von Spielterminen

"Primär" interessiere ihn allerdings die Lösung der zusätzlichen Spieltermine, sagte Rummenigge. Er habe DFL-Geschäftsführer Heribert Bruchhagen am Mittwoch um "einen Spielplan mit integrierten Daten" für einen Liga-Pokal mit 32 Teilnehmern gebeten. "Man baut in der Champions League durch die Abschaffung der Zwischenrunde Spieltermine ab und hier wieder etwas anderes auf." Nach den Vorstellungen des Liga-Verbandes soll der Liga-Pokal von der Saison 2004/05 an mit 18 Erst- und 14 Zweitligisten ausgespielt werden. Die DFL erhofft sich von einer Reform, neue Einnahmequellen zu erschließen und ein reizvolles Produkt für das Fernsehen zu schaffen.

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Mit 'ran' nicht zufrieden

Zum Thema Fernsehen sagte Rummenigge gegenüber der Zeitschrift 'TV Today': "Eine Neuauflage der 'Sportschau' würde der Bundesliga sehr gut tun." Mit Sat 1-'ran' ist Rummenigge nicht glücklich: "'ran' hat zu viele Showelemente und ist viel zu lang. Wer will sich schon zwei Stunden lang vor den Fernseher setzen?" Außerdem hält er die Höhe des Sat 1- Angebots für die Übertragungsrechte der Bundesliga für viel zu niedrig. Gut möglich und wünschenswert sei, dass die Zukunft des Fußballs wie in England im Pay TV liege. Trotzdem sollen die Kicker auch weiterhin im Free TV zu sehen sein, schließlich habe man eine soziale Verantwortung. Die Champions League hingegen kann sich der Fußball-Altmeister jedoch auf Dauer nicht im Standardfernsehen vorstellen: "Die Engländer bekommen kostenlos nur eine kurze Highlights-Verwertung zu später Stunde. Das ist auch hierzulande nicht auszuschließen."

DPA

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