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Zu wenig Tempo im Spiel: Mauretanischer Präsident bricht Partie ab und ordnet Elfmeterschießen an

Fußballspiele können extrem langweilig sein. Als Zuschauer muss man da durch. Oder aber man ist der Präsident von Mauretanien. Der ließ eine Partie kurzerhand abbrechen und befahl, sofort mit Elfmeterschießen weiterzumachen.

Der mauretanische Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz

Zu wenig Tempo: Weil er sich langweilte, ließ Mohamed Ould Abdel Aziz ein Fußballspiel abbrechen und befahl, sofort zum Elfmeterschießen überzugehen

Dass Fußballspiele mitunter eher vor sich hinplätschern und so kaum bis keine Spannung bieten, kommt öfters vor. Als Zuschauer bleibt einem dann nur übrig, das müde Gekicke bis zum Schluss zu verfolgen oder aber das Stadion frühzeitig zu verlassen. Für Mohamed Ould Abdel Aziz, seit 2008 Präsident von Mauretanien, war beides keine Option.

Beim nationalen Supercup-Finale zwischen Tevragh-Zeina und ASC Ksar langweilte sich der General angesichts des langsamen Tempos auf dem Platz offenbar derart, dass er die Partie beim Stand von 1:1 in der 63. Spielminute abbrechen ließ und befahl, direkt zum Elfmeterschießen überzugehen. Dies jedenfalls berichtet die "Gazetto dello Sport" in ihrer internationalen Online-Ausgabe.

Tatsächlich brach der Schiedsrichter die Partie daraufhin abrupt ab und wies die Teams an, die Entscheidung unverzüglich vom Elfmeterpunkt herbeizuführen - verständlicherweise sehr zur Verwirrung von Spielern und Fans beider Mannschaften.

Fußballverband bestreitet Einflussnahme       

Auch am Tag nach der Partie war die Aufregung über Abdel Aziz' Spieleinmischung in der Präsidialrepublik im Nordwesten Afrikas groß. Tausende Bürger protestierten und verlangten dem Bericht zufolge eine Erklärung für die eigenwillige Entscheidung ihres Präsidenten.

Die bekamen sie auch. Ob diese sie allerdings zufriedenstellte, darf angezweifelt werden. "Ich bestreite eine Intervention des Präsidenten aufs Entschiedenste. Die Entscheidung erfolgte aus organisatorischen Gründen und im Einverständnis mit den Präsidenten und Trainern beider Mannschaften", wird aus einem Statement des Präsidenten des mauretanischen Fußballverbands, Ahmed Ould Abderrahmane, zitiert.

Das Spiel gewann übrigens das Team von Tevragh-Zeina. Ob sich die Spieler über den Sieg freuen konnten, ist nicht überliefert.

Moritz Dickentmann

Wissenscommunity