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MSV Duisburg: Meier darf nicht mehr trainieren

Nach der Kopfnuss darf Trainer Norbert Meier ab sofort den Fußball-Bundesligisten MSV Duisburg nicht mehr trainieren. Dies gab der DFB am Mittwoch in Frankfurt bekannt.

Das DFB-Sportgericht hat einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung des Kontrollausschusses zugestimmt, eine sofortige Sperre auf Ausübung des Traineramtes zu verhängen. Meier hatte am Dienstagabend im Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln (1:1) dem Kölner Spieler Albert Streit einen Kopfstoß versetzt. Über das endgültige Strafmaß wird vermutlich in der kommenden Woche entschieden.

Sein Klub hat den "Blackout" bereits umgehend bestraft. "Ein Trainer, der sich so verhält, kann nicht drei Tage später wieder auf der Bank sitzen", sagte der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert, am Mittwoch der dpa.

Der Duisburger hatte unmittelbar nach der Partie noch versucht, den Vorfall zu verharmlosen. Am Mittwoch stellte Meier vor dem Training jedoch klar: "Als ich die Bilder im TV gesehen habe, bin ich erschrocken. Ich hatte einen Blackout und entschuldige mich dafür", sagte der MSV-Coach. Er habe Streit bereits angerufen und sich bei ihm entschuldigt, berichtete Meier und warb um Verständnis: "Ich habe mir in 25 Jahren nichts zu Schulden kommen lassen und noch nie eine Rote Karte erhalten."

Abmahnung vom Klub

Nach Meinung von Hilpert hat es erst ein Mal einen vergleichbaren Fall gegeben: Eugen Hach, damals Trainer des Zweitligisten Alemannia Aachen, wurde im Mai 2000 nach einer Tätlichkeit gegen Franklin Bitencourt (Energie Cottbus) für drei Monate gesperrt. Der Trainer durfte in dieser Zeit seine Mannschaft bei Spielen nicht betreuen und auch nicht trainieren. Meier reagierte auf die Ankündigung einer möglichen Sperre zurückhaltend. "Das müssen wir erst einmal abwarten", sagte der Coach.

Meiers Arbeitgeber, der MSV Duisburg, hatte bereits erste Konsequenzen aus der Kopfstoß- Affäre gezogen. Der Verein verhängte eine Abmahnung und eine fünfstellig Geldstrafe gegen den Trainer, eine Entlassung stehe laut dem MSV-Vorstandsvorsitzenden Walter Hellmich allerdings noch nicht zur Debatte.

DPA

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