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Nach 4:0-Sieg gegen Kasachstan Löw nimmt Schweinsteiger in Schutz


Deutschlands Fußball-Elf hat Kasachstan mit 4:0 nach Hause geschickt. Den Fans war das Ergebnis zu niedrig. Sie pfiffen Bastian Schweinsteiger aus, der einmal nicht zur Top-Form auflief. Eine "äußerst negative" Reaktion, kritisiert Bundestrainer Jogi Löw.

Mit der optimalen Anzahl von 15 Punkten aus fünf Qualifikations-Spielen im Gepäck kann Joachim Löw die Planungen für die EM-Endrunde im Sommer 2012 vorantreiben. Im Interview äußert sich der Bundestrainer zum Pflichtsieg gegen Kasachsten und nimmt Bastian Schweinsteiger in Schutz.

Wie kommentieren Sie den Pflichtsieg gegen Kasachstan?

Löw: "Es war klar, dass wir uns nicht am Gegner, sondern nur an uns selbst messen wollten. Das ist unser Anspruch. In der ersten Halbzeit ist uns das auch gut gelungen, weil wir in der Lage waren, viele gute Kombinationen zu spielen und drei Tore zu erzielen. In der zweiten Halbzeit sind wir nicht mehr das ganz hohe Tempo gegangen."

Woran lag das?

Löw: "Der Gegner hat fast nichts getan, außer zu verteidigen. Da ist es nicht leicht, immer nach vorn zu spielen. Da ist man manchmal auch gezwungen, in die Breite zu spielen."

Wie haben sie die Schweinsteiger-raus-Rufe in der zweiten Halbzeit empfunden?

Löw: "Das empfinde ich äußerst negativ. Bastian Schweinsteiger hat auch einmal das Recht, ein Spiel zu machen, das nicht ganz auf seinem Niveau abläuft. Er ist im deutschen Fußball ein unersetzlicher Spieler. Er hatte nicht seinen besten Tag, für mich ist das aber absolut nachvollziehbar. Er hat bei der WM Unglaubliches geleistet. Und er hat nach der WM bei Bayern unglaublich viele Spiele bestritten."

Wie erklären Sie sich die Pfiffe?

Löw: "Es ist klar, die Ansprüche und Erwartungen sind gewachsen aufgrund unserer Spiele zuletzt. Da wird erwartet, dass man jeden Gegner mit 6:0, 7:0 oder 8:0 nach Hause schickt. Das ist natürlich nicht möglich. Wir haben 15 Punkte, die maximale Ausbeute, haben 17 Tore erzielt in fünf Spielen. Wir haben unser Soll mehr als erfüllt. Und es ist klar: Wenn man gegen Holland und Argentinien antritt und der Gegner spielt permanent mit, gibt es immer einen ganz anderen Eindruck vom Spiel."

Sie überraschen immer wieder mit der Besetzung der Abwehr. Sind Sie da noch auf der Suche?

Löw: "Nein, da bin ich weit davon entfernt. Links in der Abwehrkette müssen sich die Spieler noch bewähren in den nächsten Monaten. Ich muss ja jetzt keine endgültige Entscheidung treffen. Bei den Innenverteidigern könnte ich jeden spielen lassen."

Wie sieht die Situation auf der Position aus?

Löw: "Badstuber hat ja alle Qualifikationsspiele für uns gemacht - immer zu meiner absoluten Zufriedenheit. Daher wird er auch nicht infrage gestellt, wenn er bei Bayern München logischerweise mal eine Schwächephase erlebt. Arne Friedrich ist langsam wieder auf dem WM-Niveau. Bei ihm weiß ich ganz genau, was er leisten kann, vor allem gegen ganz starke Gegner. Und Mats Hummels spielt eine sehr gute Saison, muss den nächsten Schritt in der Nationalmannschaft noch machen. Die Situation ist sehr komfortabel."

Im Sturm hat Miroslav Klose wieder getroffen, Mario Gomez bleibt hinten dran. Wie lange noch?

Löw: "Ich bin froh, dass sich Mario bei Bayern durchgesetzt hat und dort so trifft. Das tut uns auch gut. Da gibt es keine Erbhöfe. Aber Miroslav Klose hat in den vergangenen Jahren herausragende Leistungen gezeigt. Es ist so, so lange er trifft, ist klar, dass Miroslav Klose spielt."

Jens Mende, DPA DPA

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