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Prozess um Brandstiftung Bayern-Star Breno schweigt vor Gericht

Der brasilianische Fußball-Profi Breno hat sich zu Beginn des Prozesses nicht zum Vorwurf der Brandstiftung geäußert. Im September vergangenen Jahres soll der noch in Diensten von Rekordmeister Bayern München stehende Fußballer seine Villa in Grünwald angezündet haben.

Der wegen schwerer Brandstiftung angeklagte Fußballstar Breno vom FC Bayern München hat vor Gericht zu dem gegen ihn erhobenen Vorwurf geschwiegen. Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht München I gab der 22-jährige Brasilianer zwar ausführlich Auskunft zu seinem sportlichen Werdegang und zu seiner Familie. Zur Tatnacht im September vergangenen Jahres wolle er sich aber zumindest vorerst nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem noch bis Ende diesen Monats beim FC Bayern unter Vertrag stehenden Breno vor, in der Nacht zum 20. September 2011 im betrunkenen Zustand seine Villa in Grünwald angezündet zu haben. Auslöser soll der Frust des langzeitverletzten Fußballers über eine Diagnose gewesen sein, nach der ihm eine weitere Knieoperation drohte.

Das Haus wurde völlig zerstört, es entstand ein Sachschaden von einer Million Euro. Im Fall einer Verurteilung droht dem Abwehrspieler wegen schwerer Brandstiftung eine Haftstrafe zwischen einem Jahr und fünfzehn Jahren. Im Fall einer Verurteilung wird auch eine Rolle spielen, ob Breno Menschenleben gefährdete.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er zumindest nicht ausschließen konnte, dass seine Frau, deren drei Kinder - eines davon ist von Breno - und sein Manager sich nicht im Haus befanden. Laut Anklage hatten Frau und Kinder das Haus am späten Abend verlassen, weil sie wegen Brenos betrunkenem Zustand und wiederholter Streitigkeiten eine Eskalation befürchteten. Breno soll danach zu einer Irrfahrt mit seinem Fahrrad aufgebrochen sein und sich dann laut Anklage entschlossen haben, das Haus anzuzünden.

Erste Zeugen und ein neuer Verein

Brenos Verteidiger Werner Leitner sagte am Rande des Prozesses, auch für seinen Mandanten gelte die Unschuldsvermutung. Das Gericht werde nun in die Beweisaufnahme treten und versuchen, Klarheit in die Brandnacht zu bringen. Ob und wie sich sein Mandant im weiteren Verlauf des Prozesses äußern werde, stehe noch nicht fest. Bislang sind weitere neun Verhandlungstage bis zum 17. Juli terminiert.

Als erste Zeugen sagten Nachbarn Brenos aus, die in der Brandnacht die Feuerwehr alarmiert hatten. Gutachter wollen mit Hilfe dieser Aussage möglichst genau ermitteln, wann das Feuer ausgebrochen ist. Eine Nachbarsfamilie hatte das Feuer zufällig selbst bemerkt, bei einer anderen hatte Breno laut der Zeugenaussage des Nachbarn nachts geklingelt und um Hilfe gebeten.

Breno war Anfang 2008 mit 18 Jahren für zwölf Millionen Euro aus Brasilien zum FC Bayern gewechselt. Vereins-Verantwortliche äußerten damals die Hoffnung, dass er auf Dauer ein Weltklasse-Verteidiger wird. Auch als Folge einer Reihe schwerer Verletzungen konnte der Brasilianer aber nie die sportlichen Erwartungen erfüllen.

Breno, dem angeblich ein Angebot von Lazio Rom für den Fall vorliegt, dass er nicht ins Gefängnis muss, erschien in Begleitung des ehemaligen Bayern-Stürmers Giovane Elber im Gericht. Elber hatte seinem Ex-Klub damals zum Kauf Brenos geraten. Am Rande des Prozesses sagte Elber vor Journalisten, Breno habe zu ihm gesagt, er könne sich nicht mehr an die Tatnacht erinnern. Bei dem Fußballer waren 1,66 Promille festgestellt worden. Er sagte im Prozess aus, inzwischen keinen Alkohol mehr zu trinken.

jat/AFP AFP

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