Rassismus-Skandal Asamoah tief verletzt - DFB ermittelt


Eigentlich war es ein entspannter Nachmittag für Schalke 04. Mit 9:1 gewannen die Königsblauen am Wochenende im Pokal bei Hansa Rostock II. Wenn da nur nicht die rassistischen Sprechchöre gegen Nationalspieler Gerald Asamoah gewesen wären.

Der DFB hat unmittelbar auf die Rassismus-Sprechchöre gegen Nationalspieler Gerald Asamoah reagiert. Der DFB-Kontrollausschuss leitete am Montag Ermittlungen ein. Beim 9:1-Pokalsieg des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 bei Oberligist FC Hansa Rostock II hatte es rassistische Sprechchöre gegen den Nationalspieler gegeben. Sie kamen aus dem Rostocker Fanblock. "Wir halten es für notwendig, dass der DFB tätig wird. Um deutlich zu machen, dass sich der Fußball von solchen Dingen distanzieren muss", sagte Schalke-Geschäftsführer Peter Peters.

Wie der DFB berichtete, wurde der Schiedsrichter der Partie zu einem Sonderbericht aufgefordert. Asamoah selbst soll eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Danach wird der Kontrollausschuss das weitere Vorgehen mit Nachdruck beraten, wie es hieß.

Slomka fordert Konsequenzen

Die Schmährufe gegen Asamoah hatten nach dessen Treffer zur 2:0- Führung in der 15. Minuten eingesetzt. Aus seiner Enttäuschung machte der Nationalspieler nach dem Spiel keinen Hehl: "Ich dachte, diese Zeiten seien vorbei. Das hat mich sehr verletzt." Schalkes Trainer Slomka forderte Konsequenzen: "Das ist einfach beschämend und abstoßend. Die Rostocker haben bald ein Länderspiel. Vielleicht kann man da etwas gut machen." Rostocks Manager Stefan Studer hatte sich persönlich bei Asamoah entschuldigt.

Die DFB-Elf trifft am 7. Oktober in Rostock auf das von Klaus Toppmöller Team aus Georgien. Bei seinem jüngsten Bundestag hatte der DFB seine Statuten zum Kampf gegen Rassismus an die Richtlinien des Weltverbandes Fifa angepasst. Demnach werden rassistische, diskriminierende oder menschenverachtende Vergehen von Spielern, Vereinsvertretern oder Anhängern mit Geldstrafen, Punktabzug oder Ausschluss aus dem Wettbewerb bestraft. "Auf dem Bundestag wurden die Richtlinien für solche Fälle deutlich erweitet. Nicht zuletzt deshalb waren wir davon ausgegangen, dass der DFB Ermittlungen aufnimmt. Aber wir sind nun nur in der Rolle des Beobachters", sagte Peters.

DPA


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker