Rummenigge "Bruchhagen muss sich entschuldigen"


Großes Theater um Geld und Einfluss: Bayern-Vorstand Rummenigge hat seinen Kritiker Heribert Bruchhagen aufgefordert, sich zu entschuldigen - sonst werde er eine Klage prüfen. Bruchhagen hatte die DFL als "Kommission Rummenigge" bezeichnet.

Karl-Heinz Rummenigge hat erstmals auf die harschen Vorwürfen seines Frankfurter Amtskollegen Heribert Bruchhagen reagiert und fordert eine öffentliche Entschuldigung. "Die Bezeichnung des Vorstands der Deutschen Fußball Liga (DFL) als 'Kommission Rummenigge' empfinde ich als große Beleidigung der DFL und als Diskreditierung", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München in einem Interview mit dem "kicker". Sollte sich der Eintracht-Boss nicht "in aller Form entschuldigen", werde er eine Klage prüfen.

Bruchhagen reagierte am Dienstagabend umgehend via "Bild": "Der soll mal nicht so dünnhäutig sein. Die Bayern teilen ganz anders aus. Das ist nun mal meine Einschätzung. Ich kann weit und breit keine Beleidigung erkennen", sagte der Vorstands-Vorsitzende von Eintracht Frankfurt.

DFL-Vorstand grimmig

"Es kann nicht sein, dass ein Mensch wie Bruchhagen die DFL und den FC Bayern beleidigt und diskreditiert. Ab sofort werde ich mich wehren", kündigte Rummenigge an. Er müsse keinen Beifall haben, lasse sich aber nicht beleidigen. "Ich erwarte von Herrn Bruchhagen ganz speziell bei der DFL und bei mir eine öffentliche Entschuldigung." Der Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters führte an, dass dies der gesamte DFL-Vorstand so sehe.

Rummenigge vermutet hinter den herben verbalen Attacken Bruchhagens gegen seine Person sowie indirekt auch gegen die DFL eine Frustration des Eintracht-Bosses. Dafür führt er drei Gründe auf: "Erstens, weil sein Vertrag als Geschäftsführer der DFL nicht verlängert wurde; zweitens, weil er bei der Wahl zum DFL-Vorstand gescheitert ist, und drittens, weil sein Antrag auf Erhöhung der Bundesliga von 18 auf 20 Clubs nicht durchging."

Koflers Geldbörse

Der Münchner bezichtigte Bruchhagen, der vor rund zwei Jahren von der DFL zur benachbarten Frankfurter Eintracht gewechselt war, auch der "Unwahrheit und Lüge" in Bezug auf Rummenigges Rolle bei der seit nächster Saison gültigen "Local-Player-Regelung". Er habe dem Gremium gar nicht angehört, sagte Rummenigge.

Einmal in Rage, stellte Rummenigge auch die Position des Branchen- Primus’ zur Zentralvermarktung in Frage. "Wenn sich diese Haltung des Herrn Bruchhagen in der Bundesliga durchsetzt, werden wir konkret erwägen, ob wir weiterhin so zur Zentralvermarktung stehen. Wir lassen uns nicht beleidigen, weil wir auf wahnsinnig viel Geld verzichten. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Herr Bruchhagen hat da eine Lawine losgetreten, die er besser nicht losgetreten hätte", sagte der Münchner Vorstandschef. "Wenn wir morgen zu Herrn Kofler von Premiere gehen und er den FC Bayern exklusiv live übertragen kann, dann sind unsere TV-Einnahmen drei, vier Mal so hoch, sie liegen dann bei 75 bis 100 Millionen Euro."

16 Mal Meister

Bruchhagen hatte mehrfach kritisiert, dass die Bayern bei der anstehenden Vergabe der Fernsehgelder, die nach dem neuen Vertrag von der kommenden Spielzeit an 420 Millionen Euro betragen, am meisten abbekämen. Dies sei falsch, so der Eintrachtler. Die Bayern argumentierten zwar, dass Spitzenvereine in anderen Ländern ein Vielfaches an Fernsehgeldern erhalten, würden aber verschweigen, dass sie auch höhere Werbeeinnahmen hätten.

"All das lassen sie gerne unter den Tisch fallen", sagte Bruchhagen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Wettbewerb in der Liga gehe gegen Null. "Ich sage voraus, dass Bayern in den nächsten zwanzig Jahren 16 Mal deutscher Meister wird." Für eine Mannschaft wie Eintracht Frankfurt sieht er keine Chancen, in den Kreis der Großen zurückzukehren: "Aber wir haben eine riesige Chance, im Mittelfeld zementiert zu werden."

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker