Slowakei-Länderspiel Furcht vor deutschen Hooligans


Schon 2005 randalierten deutsche Chaoten in der Slowakei. Am Mittwoch tritt die Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation erneut in Bratislava an. Und 500 "Problemfälle" wollen die Mannschaft begleiten.

Vor dem EM-Qualifikationsspiel in der Slowakei hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) große Befürchtungen vor erneuten Ausschreitungen deutscher Anhänger. "Wir machen uns Sorgen. Mindestens 500 Problemfälle werden in der Slowakei sein", sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Montag im DFB-Quartier in Heiligendamm.

Karten auch im freien Verkauf

Für die Partie an diesem Mittwoch in Bratislava hat der DFB 600 Karten ausschließlich an registrierte Fans verkauft. Trotz entgegen gesetzter Bitten der deutschen Gäste an den slowakischen Verband seien vor Ort aber Karten im freien Verkauf erhältlich. Somit könnten auch Krawallmacher Zutritt zum Stadion bekommen. Im September 2005 war es beim Testländerspiel der DFB-Elf in Bratislava zu Ausschreitungen durch Deutsche gekommen. Sechs Personen wurden damals festgenommen und zwei verletzt.

Nach Gesprächen mit dem DFB veranlasste das Bundesinnenministerium eine Verschärfung der Kontrollen zur Ausreise an den deutschen Grenzen. In der Slowakei seien die Chancen zur Einflussnahme aber eingeschränkt. "Wir haben keine Möglichkeit auf die Sicherheitskräfte einzuwirken", sagte Bierhoff. Der DFB schickt dennoch eigene Ordner und Fanbeauftrage in die Slowakei. Zudem sollen die 600 Fans mit vom DFB verkauften Karten in einem eigenen Stadionblock deutlich getrennt von anderen Zuschauern sitzen.

"Wir können nur hoffen"

Mit der Pufferzone will der DFB laut Bierhoff verhindern, dass diese Fans mit möglichen Ausschreitungen in Verbindung gebracht werden könnten. Krawallmacher sollen klar identifizierbar sein. Im Vorjahr hatten sich gewaltbereite Anhänger unter die friedlichen Fans gemischt. "Damals hatten Deutsche Angst vor Deutschen. Das darf nicht wieder passieren", forderte Mediendirektor Harald Stenger.

Der DFB hatte schon seit einigen Wochen Bemühungen unternommen, die Sicherheitsvorkehrungen mit den slowakischen Gastgebern abzustimmen. Der Sicherheitsbeauftragte des Verbandes, Alfred Sengle, reiste nach Bratislava. DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt traf sich zudem zu einem Gespräch über Möglichkeiten der Gewaltprävention mit der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS). "Wir können nur hoffen, dass nichts passiert", sagte Bierhoff.

DPA DPA

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