Sonntagspiele Eigentor beschert Leverkusen die Tabellenspitze


Durch ein Eigentor in letzter Minute eroberte die Leverkusener Werkself gestern die Tabellenspitze. Beim müden Sommerkick zwischen Hertha und Stuttgart fielen keine Tore, dagegen sorgten viele Karten für Aufregung.

Dank einer Riesen-Portion Glück hat Bayer 04 Leverkusen den erneuten Sprung an die Bundesliga-Tabellenspitze geschafft. Ein Eigentor von Geri Cipi in der 84. Minute bescherte der Werks-Elf am Sonntagabend einen unverdienten 2:1 (0:1)-Erfolg bei Eintracht Frankfurt, durch den Bayer als einziges Team nach zwei Saisonsiegen optimale sechs Punkte aufweist. Vor 22 500 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion hatte Nico Frommer (42.) die Hausherren in Führung gebracht, die Nationalspieler Bernd Schneider (51.) an alter Wirkungsstätte ausgleichen konnte. Die Eintracht wartet nun schon seit dem 4. März 1995 auf einen Heimsieg über Leverkusen.

Viel Glück für Bayer, viel Pech für die Eintracht

"Wir können mit dem Saisonstart sehr zufrieden sein. Das zählt natürlich", meinte Bayer-Trainer Klaus Augenthaler. Doch trotz des famosen Auftakts war er mit dem Auftritt seiner Mannschaft alles andere als zufrieden. «Wir werden dieses Spiel aufarbeiten müssen, es gibt sehr viel zu kritisieren. Schon zur Pause habe ich meiner Mannschaft gesagt, dass wir uns hier eigentlich nur selber schlagen können», monierte «Auge». Torschütze Schneider war zufrieden, aber auch selbstkritisch: "Ich bin nach meiner Rot-Sperre froh über den Sieg. Er war sicher etwas glücklich, aber der Saisonstart ist optimal", meinte der Mittelfeldmann erfreut. Frankfurts Coach Willi Reimann sprach dagegen von einer äußerst unglücklichen Niederlage.

Unentschieden wäre verdient gewesen

Eine Woche nach dem 4:1-Glanzsieg über den SC Freiburg agierte Leverkusen bei hochsommerlichen Temperaturen trotz der Rückkehr von Spielmacher Schneider lange zu zurückhaltend. Und Frommer konnte in der ersten Halbzeit die Frankfurter mit 1:0 in Führung schießen.

Nach dem Wechsel erwachten die Gäste aus ihrer Lethargie - und wurden schnell belohnt: Schneider traf nach Babic’ Rückpass zum 1:1. Chancen waren danach hüben wie drüben Mangelware und resultierten nur aus Einzel-Aktionen: Ervin Skela (64.) prüfte Butt, ehe Cipi, bis dahin Frankfurts Bester, nach Dimitar Berbatows Hereingabe per Hand das unglückliche Eigentor zum 1:2 unterlief.

Träger Sommerkick

Mit einem müden Sommerkick ohne Tore hat der VfB Stuttgart dagegen den möglichen Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verbaut. Der Vizemeister kam am Sonntagabend nicht über ein 0:0 gegen Hertha BSC hinaus, die damit nach der 0:3- Auftaktpleite gegen Werder Bremen den ersten Punkt einfuhr. Vor 37 000 Zuschauern im Daimler-Stadion verspielte die Mannschaft von Trainer Felix Magath damit die große Chance, mit einem klaren Erfolg erstmals seit sieben Jahren wieder an die Spitze der Liga zu stürmen.

Kartenfestival

Die keineswegs chancenlosen Berliner sicherten den Punktgewinn in den letzten zehn Minuten mit neun Feldspielern ab, nachdem Artur Wichniarek wegen Beleidigung von Schiedsrichter Kemmling (Burgwedel) Rot (82. Minute) sah. Hertha ist nach zwei Spieltagen das einzige Team ohne Treffer, der VfB die einzige Mannschaft ohne Gegentor.

Bobic sauer über Schiedsrichter

"Wir haben in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten gehabt, da waren wir stark gefordert und hätten in Rückstand gehen können", meinte Magath. "Aber in der Druckphase der zweiten Halbzeit hätten wir dann ein Tor machen müssen." Der Platzverweis erhitzte die Gemüter bei den tropischen Temperaturen noch zusätzlich. "Der Kemmling war heute katastrophal", wetterte der Ex-Stuttgarter und Neu-Herthaner Fredi Bobic gegen den Referee, gab aber auch zu: "Das war heute nicht mein Spiel."

DPA

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