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Sonntagsspiele: HSV verschenkt den Sieg

In letzter Minute verschenkte der Hamburger SV noch den sicher geglaubten Heimsieg gegen den VfL Bochum. Im zweiten Spiel schlug Mönchengladbach Aufsteiger Hannover 96 mit 1:0.

Die AOL-Arena ist im Advent das Lieblingsstadion des VfL Bochum. Fünf Tage nach dem 1:0-Sieg im Pokal-Achtelfinale erkämpfte die Revierelf im Bundesliga-Duell mit dem Hamburger SV beim 1:1 (0:0) ein nicht mehr für möglich gehaltenes Remis. »Joker« Peter Graulund sicherte dem VfL am Sonntagabend in der Schlussminute einer schwachen und hektischen Partie den schmeichelhaften Punktgewinn. Zuvor war Torjäger Sergej Barbarez vor 39.000 Zuschauern in der AOL- Arena zum tragischen Helden avanciert: In der 56. Minute erzielte er seinen vierten Saisontreffer, zwölf Minuten später musste er wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Platz. Das war der insgesamt sechste Platzverweis für den Bosnier und schon der vierte seit Dezember 2000.

»Das war der Kipp-Punkt des Spiels und ein Signal für uns. Erst danach sind wir ja wieder ins Spiel gekommen. Das war eine Woche der Leidenschaft und ein Traumjahr für uns«, meinte VfL-Coach Peter Neururer - und sagte dann verschmitzt zu der Einwechslung Graulunds: »Wunderbar, dass er gerade in der Nähe stand.« Konsterniert und ratlos reagierte der HSV. »Die Beine waren schwer und der Kopf durcheinander. Ich kann auch nicht erklären, warum wir wieder nicht gewonnen haben«, sagte Mittelfeldspieler Collin Benjamin. Der seit sechs Bundesliga-Partien ungeschlagene HSV ist nach dem 16. Spieltag mit 24 Punkten Tabellen-Siebter; Bochum (22) bleibt Zehnter.

Die Gäste mussten bereits nach 21 Minuten auf ihren Spielmacher Dariusz Wosz verzichten. Der VfL-Kapitän konnte nach einem schmerzhaften Zusammenstoß mit Cardoso nicht weitermachen; es besteht der Verdacht auf Teilanriss des Innenbandes. HSV-Abwehrspieler Ingo Hertzsch konnte froh sein, dass er für sein rüdes Foul an Thomas Christiansen nur Gelb sah (41.). Mit einem wuchtigen Kopfball (50.) knapp neben den Pfosten gab Mahdavikia nach der Pause das Angriffssignal - sechs Minuten später brach der Torjubel aus. Barbarez vergab drei Minuten später die Chance zum 2:0 - danach musste er früher als alle anderen zum Duschen.

Gladbach rettet sich in die Winterpause

Im zweiten Sonntagsspiel hat sich Hannover 96 nach einem Patzer von Torwart Jörg Sievers auf einem Absteigerplatz festgesetzt. Der Aufsteiger verlor am Sonntag das Kellerduell bei Borussia Mönchengladbach durch das goldene Tor von Igor Demo (15.) mit 0:1 (0:1) und wartet bereits seit fast sieben Stunden auf einen eigenen Torerfolg. Dagegen feierte die ersatzgeschwächt angetretene Elf von Gladbach-Trainer Hans Meyer nach drei sieglosen Spielen wieder ein Erfolgserlebnis und hat im Gegensatz zu Hannover die Gewissheit, nicht auf einem Absteigerplatz überwintern zu müssen.

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