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Uefa-Boss Platini contra Fifa: "Blatter macht, was er will"

Klare Worte von Michel Platini: Der Uefa-Boss hat in einem Interview den innovationsfreudigen Chef der Fifa, Sepp Blatter, ermahnt. Darüberhinaus will Platini mit dem "Financial Fair Play" die europäischen Spitzenclubs zu einer seriöserer Finanzpolitik zwingen.

Deutliche Mahnung von Uefa-Präsident Michel Platini in Richtung von Fifa-Chef Joseph S. Blatter. "Blatter macht, was er will - und dann diskutiert er. Er ist der Präsident des Weltverbandes, er ist der Boss. Allerdings muss er vorsichtig sein. Die Fifa ist zwar die oberste Institution des Fußballs, aber sie veranstaltet nur alle vier Jahre eine Weltmeisterschaft. Alle anderen Änderungen müssen wir umsetzen: die Uefa, die Landesverbände. Darum muss auch und besonders die Fifa auf unser schönes Spiel aufpassen", sagte der einstige französische Weltstar im Welt-Interview, gefragt nach der Innovationsfreudigkeit Blatters.

Der Präsident der Europäischen Fußball-Union hob indes nochmals die Bedeutung des Kampfes gegen die Überschuldung der Klubs in Europa hervor. "Wir werden hart durchgreifen", kündigte Platini an, schränkte aber gleichzeitig ein: "Wir wollen die Klubs nicht vernichten, sondern konstruktiv mit ihnen zusammenarbeiten. Wir wollen sie darauf vorbereiten, was von 2013/2014 an endgültig greifen wird, nämlich ein System, das den Fußball in Europa gerechter machen wird. Dann aber werden wir streng sein."

Laut des Europameisters von 1984 seien namhafte Vereinsbesitzer wie Massimo Moratti von Inter Mailand, Roman Abramowitsch vom FC Chelsea oder Silvio Berlusconi vom AC Mailand "glücklich" über die neue Regelung. Sie hätten ihn gebeten, "etwas zu tun. Sie sind es leid, immer mehr Geld in ihre Vereine zu stecken. Wenn das System nicht geregelt ist, müssen sie das aber."

Die Probleme seien nicht die Schulden, sondern die Verluste, so Platini: "Darum haben wir ja das Financial Fair Play entwickelt, das wir 2010 vorgestellt haben und welches von der Saison 2013/2014 an seine volle Wirkung entfalten wird. Die Vereine dürfen dann in der Periode von 2013 bis 2015 nur noch ein Defizit von maximal fünf Millionen Euro aufbauen. Die Neuverschuldung darf generell in diesen zwei Jahren 45 Millionen Euro betragen, wenn Anteilseigner oder andere Parteien die Beträge decken. Dieser Betrag sinkt dann auf 30 Millionen Euro für die Dreijahresperiode bis 2018 und danach noch weiter. Wenn Sie das mit heutigen Zahlen vergleichen, sind das entscheidende Schritte."

kbe/SID

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