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UEFA-Pokal: Jubelnde Aachener, torlose Bochumer

Der VfL Bochum und Alemannia Aachen haben ihren Teil zu der guten UEFA-Cup-Bilanz der deutschen Teams beigetragen. Der Zweitligist erreichte in Island einen 5:1-Erfolg.

Der VfL Bochum hat nach sieben Jahren ein gelungenes Comeback auf der europäischen Fußball-Bühne gefeiert und kann auf den Einzug in die Gruppenphase im UEFA-Pokal hoffen. Der Bundesligist erreichte am Donnerstag bei Standard Lüttich ein insgesamt hoch verdientes 0:0. Alemannia Aachen hat seine Europacup-Feuertaufe bravourös überstanden und kann im UEFA-Pokal von Großeinnahmen träumen. Nach dem 5:1 (3:0)-Hinspielsieg beim designierten isländischen Fußball-Meister FH Hafnarfjördur hat der Zweitligist die Gruppenphase mit zwei Heimspielen fest im Visier.

Kai Michalke mit einem "Doppelpack" (12./14. Minute), Kapitän Erik Meijer (44.), Alexander Klitzpera (89.) und Reiner Plaßhenrich in der Nachspielzeit (90./+3) erzielten im vorerst bedeutendsten Spiel der 104-jährigen Clubgeschichte die Treffer zum souveränen Sieg. Für die Isländer war Atli Vidar Björnsson zum 1:3 (85.) erfolgreich. Das Rückspiel am 30. September im Kölner RheinEnergieStadion wird für Aachen zum Schaulaufen.

"Eine tolle Leistung. Das war ein Wunschkonzert"

DFB-Pokalfinalist Aachen, der als achter unterklassiger deutscher Club in den UEFA-Cup eingezogen war, entwickelte von Beginn an viel Druck und wurde früh für seinen Offensivdrang belohnt. Zunächst bediente Meijer Linksaußen Michalke per Kopf von links, zwei Minuten später legte Sergio Pinto erneut für Michalke von rechts vor. Beide Male zeigte der 28-Jährige, für Hertha BSC schon in der Champions League aktiv, keinerlei Hemmungen und traf zur 2:0-Führung.

Kurz vor dem Pausenpfiff gelang Meijer nach einer Rechts-Hereingabe von Willi Landgraf der dritte Treffer. "Eine tolle Leistung. Das war ein Wunschkonzert", kommentierte der frühere Aachener Coach Jörg Berger im TV-Sender Eurosport die souveräne Vorstellung. Die schwachen Isländer hatten nur durch ihren dänischen Torjäger Allan Borgvardt (38.) eine halbwegs gute Möglichkeit. Nach dem Wechsel tat Aachen nicht mehr viel, blieb aber dennoch ungefährdet.

Bochum war ball- und kombinationssicher

Der VfL Bochum war über weite Strecken der Partie in Lüttich die bestimmende Mannschaft, im Angriff fehlte aber die letzte Konsequenz. Nach dem Remis kann der VfL im Rückspiel gegen die Belgier am 30. September im eigenen Stadion das Minimalziel perfekt machen. Bis auf den im Europapokal gesperrten und außerdem auch verletzten Stürmer Peter Madsen konnte VfL-Trainer Peter Neururer bei seinem Europapokal-Debüt auf seine Wunschelf zurückgreifen.

Nach einer verhaltenen Anfangsphase übernahm seine Mannschaft vor 19.000 Zuschauern das Kommando im Maurice-Dufrasne-Stadion. In der phasenweise flotten Partie waren die Bochumer ball- und kombinationssicherer. Dariusz Wosz zog im Mittelfeld die Fäden, im Angriff bemühte sich der fleißige Diabang. Zwingende Torchancen erspielte sich der Bundesligist aber kaum. Vratislav Lokvenc (11.), Christoph Preuß (13.) und Diabang (14.) hatten noch die besten Möglichkeiten in der ersten Halbzeit.

Glanzparade von van Duijnhoven kurz vor Schluss

Von den Belgiern war lange Zeit nur wenig zu sehen. Selten konnten sie die Bochumer Deckung unter Druck setzen. Nur in der 44. Minute brachten die Gastgeber den Bundesligisten in Verlegenheit. Nach einer unglücklichen Aktion von VfL-Keeper Rein van Duijnhofen schoss Michel Garbini freistehend den Ball aus sechs Metern über das Tor.

Nach dem Wechsel bemühte sich Lüttich um das Angriffsspiel. Aber nach zehn Minuten hatten die Bochumer die Begegnung wieder im Griff, ohne allerdings zu glänzen. Diabang (54.) hatte mit einem Schuss über das Tor Pech. Wosz (76.) verfehlte mit einem Freistoß aus 18 m nur knapp das Lattenkreuz. In der Schlussphase hatten die Bochumer aber noch einmal Glück: Towart van Duijnhoven hielt das Unentschieden mit einer Parade nach einem Schuss von Sergio Conceicao (89.).

DPA / DPA

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