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Werder Bremen: Ambitionierter Außenseiter

Werder Bremen trifft mit dem FC Chelsea und dem FC Barcelona gleich in der Gruppenphase auf die zwei Top-Favoriten der Champions League. Den Bremern bleibt nichts anderes übrig, als an ihre Außenseiter-Chance zu glauben.

Der Stachel dürfte noch tief sitzen. Im Achtelfinale der vergangenen Champions League-Saison bestritt Werder Bremen das Rückspiel gegen Juventus Turin im Stadion delle Alpi. In der 88. Minute stand es 1:1. Werder wäre mit diesem Ergebnis eine Runde weiter gewesen, im Viertelfinale der Königsklasse. Die Grün-Weißen von der Weser hätten zu den besten acht Teams Europas gezählt. Aber dann beging Tortwart Tim Wiese, der bis dahin sehr gut gehalten hatte, diesen leichtsinnigen Fehler. Emerson schoss das 2:1 für Turin. Werder Bremens Träume, ganz oben in Europa anzuklopfen, verpufften im Schock über diesen kapitalen Schnitzer.

"Ich bin niemand, der nach hinten schaut, ich blicke nach vorn", sagt Tim Wiese jetzt vor Beginn der neuen Champions League-Saison. Das ist auch gut so. Denn Werder Bremen, deutscher Vizemeister und damit direkt für den europäischen Wettbewerb qualifiziert, hat in der Auslosung die schwerste Gruppe von allen deutschen Teilnehmern erwischt. Neben Lewski Sofia trifft Bremen auf Titelverteidiger FC Barcelona und den amtierenden englischen Meister FC Chelsea, den neuen Club von Michael Ballack.

Routine und Erfahrung gewonnen

Beide Mannschaften sind gespickt mit Ausnahmespielern, beide Teams gelten als die heißesten Favoriten auf den Gewinn der Champions League. "Wenn wir Top-Leistungen bringen und das Glück auf unserer Seite haben, können wir die Gruppe überstehen", sagt Torsten Frings. In der Tat sehen zahlreiche Experten Werder mit Chancen. Die Mannschaft hat sich bereits das dritte Mal in Folge qualifiziert und Routine und Erfahrung gewonnen. Mit ihrem offensiven Kombinationsspiel ist sie jederzeit in der Lage, auch absolute Top-Mannschaften in Bedrängnis zu bringen, siehe Juventus Turin.

Das Team ist von Trainer Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs gezielt verstärkt worden. Für den nach Bordeaux abgewanderten Spielmacher Johan Micoud wurde der junge Brasilianer Diego verpflichtet, der in den ersten Spielen der Bundesliga zeigte, das sie den eigenwilligen Franzosen in Bremen - vielleicht - bald vergessen. Aus Porto kam außerdem noch der portugiesische Sturmtank Almeida. Womé, von Inter Mailand verpflichtet, der aufstrebende Clemens Fritz und Nationalverteidiger Per Mertesacker bedeuten auf den Außenbahnen und in der Abwehr eine Qualitätssteigerung. Mit den WM-Spielern Frings, Borowski und Klose besitz das Team die nötige Qualität, um internationalen Ansprüchen zu genügen. Ob das allerdings reicht, gegen die beiden Über-Mannschaften aus Barcelona und London zu bestehen, wird sich zeigen. Alles ist möglich - mit einer gehörigen Portion Glück.

tis

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