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WM 2014: Dritte Niederlage im fünften Spiel für Klinsmann

Der "frische Wind“, den Jürgen Klinsmann in die US-Nationalmannschaft gebracht hat, schlägt sich noch nicht in den Ergebnissen nieder. Beim 0:1 gegen Ecuador setzte es bereits die dritte Niederlage im fünften Spiel, doch weder der Coach noch der Verbandsboss sind deswegen beunruhigt.

Die Bilanz von Jürgen Klinsmann als US-Nationaltrainer liest sich nach fünf Spielen nicht besonders berauschend. Einem Sieg stehen ein Remis und nach der jüngsten 0:1-Schlappe gegen Ecuador drei Niederlagen gegenüber, dabei konnte die Mannschaft lediglich zwei Tore erzielen.

Zum Vergleich: Klinsmanns Vorgänger Bob Bradley hatte nach seiner Amtsübernahme 2006 eine Bilanz von 10 Siegen bei einer Niederlage vorweisen können. Von daher regt sich derzeit zumindest leise Kritik in der Öffentlichkeit – nicht aber beim US-Verband und in der Mannschaft. "Die Leute werden jetzt natürlich Fragen stellen, das ist natürlich“, ist sich Torhüter Tim Howard laut usatoday.com sicher, weist aber darauf hin, dass "wir noch in den Kinderschuhen stecken.“

Denn das Konzept, mit dem Klinsmann angetreten ist, ist auf Langfristigkeit angelegt. "Jeder erwartet Siege. Aber das hier ist ein wachsender Prozess“, erklärte Präsident Sunil Gulati laut boston.com und ergänzte: "Einen großen Teil von dem, was Jürgens Herausforderung ist, betrifft auch die Entwicklung von Spielern. Und Spieler formt man nicht in kurzer Zeit.“ Klinsmann selbst warb vor diesem Hintergrund für Verständnis: "Da muss man auch mal ein paar Rückschläge einkalkulieren.“

"Trotz Rückschlägen auf gutem Weg"

Wie jetzt gegen Ecuador, das durch ein Tor von Jaime Ayovi (79.) das Testspiel in Harrison für sich entscheiden konnte. "Ecuador war ein guter Prüfstein. Jeder kleine Fehler wird bestraft und das haben sie getan“, zog Klinsmann Bilanz und führte die Niederlage letztlich auch auf personelle Umstellungen zurück. "In der ersten Hälfte haben wir die Partie kontrolliert, danach wurde es offener, weil wir viel gewechselt haben.“

Rückendeckung erhält Klinsmann von seinem Kapitän. "Die ersten Resultate waren nicht besonders toll“, erklärte Carlos Bocanegra laut Associated Press, sieht die Mannschaft aber auf einem guten Weg. "Es ist zwar einfach nur frustrierend, aber wir bewegen uns in die richtige Richtung.“

Klinsmann will Wohlfühlfaktor erhöhen

Die Änderungen, die Klinsmann bisher im US-Verband durchgesetzt hat, beziehen sich wie einst bei seinen Engagements bei den Bayern und der deutschen Nationalmannschaft auf viele Bereiche. So führte er für die Startformation die Rückennummern eins bis elf ein, um den Wettkampfgedanken zu fördern.

Zudem ordnete er an, dass alle Spieler auch im Trainingslager das gleiche Outfit tragen müssen. Dies soll der Einheitlichkeit dienen. Vor der Partie gegen Ecuador hatte er mit der Mannschaft die Gedenkstätte für den Anschlag am 11. September in Manhattan besucht. Sogar einige Übungseinheiten sind seit neuestem öffentlich. Klinsmann erhofft sich dadurch mehr Begeisterung und vor allem Stimmung im sonst leeren Trainingsgelände.

Auch den Spaß- und Wohlfühlfaktor spricht er bei seinen Spielern, Trainern und Funktionären immer wieder an. Klinsmann fordert mehr Offensivgeist, Eigenverantwortung und Kreativität auf dem Platz. Claudia Reyna, viele Jahre Star des US-Teams, freut sich über die neuen Impulse. Reyna ist offiziell für die Entwicklung der Spieler verantwortlich. Es herrsche ein frischer Wind, so Reyna: "Und das ist gut so.“

sportal.de / sportal

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