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Flagge, Fahnen & Co.: Was wir für die WM ausgeben

Bier, Grillfleisch, Paninibilder und das aktuelle Trikot: Bei den Deutschen sitzt der Geldbeutel zur Fußball-Weltmeisterschaft locker, wie eine Umfrage ergab. Und: Männer sind spendabler als Frauen.

Deutschland ist im WM-Fieber! Das Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft sahen mehr als 26 Millionen Fans. Vier von fünf Zuschauern, die sich um 18 Uhr vor den Fernseher setzten, wollten Fußball schauen. Insgesamt dauert die WM rund vier Wochen - Zeit genug, um sich mit Fan-Artikeln einzudecken und das ein oder andere Bier beim Public Viewing zu trinken. Aber wieviel kostet die WM die deutschen Fans genau?

Um das herauszufinden, hat das Rabatt-Portal deals.com im Mai 2014 530 Menschen befragt. Das Ergebnis: Durchschnittlich geben die Deutschen rund 136 Euro für die WM aus. Die Auswertung ist zwar nicht repräsentativ - dennoch zeigt sie ein Stimmungsbild in Deutschland. So gibt es große Unterschiede bei der Zahlungsbereitschaft währen der WM. So sind Männer spendabler als Frauen. Und Rentner sind die sparsamste Gruppe unter den deutschen Fans.

Der teuerste Posten bei der WM: Essen und Getränke. Um den heimischen Kühlschrank zu füllen, geben die Fußball-Fans während der gesamten WM-Zeit 34 Euro für Bier & Co. aus, 42 Euro planen sie zusätzlich für Lebensmittel ein. Um sich in der Kneipe, im Biergarten oder beim Public Viewing mit Bier und Bratwurst zu versorgen, rechnen die Befragten mit rund 21 Euro für Getränke und 20 Euro für Snacks in der vierwöchigen Spielzeit. Durchschnittlich kostet ein Bier auf den Fanmeilen in Deutschland 3,50 Euro. Die Bratwurst gibt es ab zwei Euro.

Die Angaben wirken zunächst sehr gering. Allerdings: Bei der Umfrage wurden auch diejenigen berücksichtigt, bei denen gar keine zusätzlichen Ausgaben für die WM anfallen. Hochgerechnet wirken die Deutschen plötzlich sehr sparsam. Dabei wollen 13 Prozent der Befragten gar nichts von der WM wissen, 14 Prozent interessieren sich nur für die Deutschlandspiele. Die größten WM-Muffel leben laut der Umfrage in Bremen: Dort gaben 44 Prozent der Befragten an, sich kein einziges Spiel anzusehen.

Die die meisten WM-Fans leben in Sachsen-Anhalt: Dort wollen 65 Prozent alle oder zumindest viele Spiele ansehen. Für das passende WM-Outfit, wie beispielsweise ein Fan-Schal oder ein Trikot, investieren die Fußballfans deutschlandweit rund elf Euro. Fanartikel lassen sie sich im Durchschnitt acht Euro kosten - die geringste Summe bei den Ausgaben. Und das hat einen logischen Grund: „Fanartikel werden nicht unbedingt für jede WM neu erworben. Viele tragen das Trikot der letzten WM oder schwenken noch immer die Fahne, die sie bei der WM 2006 oder 2010 gekauft haben. Mit anderen Worten haben wir auch bei Fanartikeln inzwischen eine gewisse Marktsättigung erreicht“, sagt Markus Voeth von der Universität Hohenheim. Die Hochschule hat ebenfalls eine Online-Befragung durchgeführt und dazu 929 Fragebögen ausgewertet.

Männer geben mehr aus

Aber nicht nur Bier und Fanartikel gehen ins Geld. Jeder fünfte Mann in Deutschland plant zur WM einen neuen Fernseher, Beamer oder eine Heimkinoanlage anzuschaffen. Im Durchschnitt wollen die Deutschen dafür 376 Euro investieren.

Doch nicht alle geben gleich viel aus: So planen Männer deutlich höhere Beträge ein (262 Euro) als Frauen (138 Euro). Die spendabelste Altersgruppe sind die 40- bis 49-Jährigen, sie investieren inklusive neuer, elektronischer Geräte über 283 Euro. Menschen über 60 Jahre geben im Vergleich dazu nur rund 98 Euro aus. Die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen investiert samt neuer Technik rund 276 Euro - keine andere Altersgruppe hat zudem höhere Ausgaben für Getränke und Snacks beim Public Viewing eingeplant.

Der Einzelhandel und die Gastronomie können sich freuen: Je weiter die deutsche Mannschaft im Turnier kommt, umso höher die Einnahmen. Gerade der Verkauf von Fan-Artikeln zieht erfahrungsgemäß nach der erfolgreichen Gruppenphase noch mal richtig an. Dagegen bedeutet ein Ausscheiden der deutschen Mannschaft auch das sofortige Aus für Flagge, Fähnchen & Co. Das würde zwar den Geldbeutel schonen - aber nach dem Auftaktspiel hoffen die Fans natürlich auf einen Weiterkommen der Nationalelf.

Katharina Grimm

Wissenscommunity