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Unfall im DFB-Trainingslager: Streckenposten gibt Schwerverletztem eine Mitschuld

Nach dem Unglück im Trainingslager der Nationalmannschaft bleibt die Schuldfrage offen. Der Streckenposten berichtet, der schwer verletzte Urlauber habe zu dicht an der Straße gestanden.

Der Streckenposten, der beim Auto-Unfall während einer PR-Aktion des DFB im Trainingslager in Südtirol verletzt wurde, gibt dem zweiten, schwer verletzten, Mann eine Mitschuld am Unglück. Im Interview mit der Hamburger Morgenpost antwortete Michael K. auf die Frage "Er war über die Absperrung gegangen?" mit: "Ja. Er stand nicht auf der Straße. Aber dicht dran."

Michael K. zufolge habe der Passant ein Foto machen wollen, er wollte "wohl auch ein Autogramm haben". Der Verlauf der Strecke sollte eigentlich geheim bleiben. Michael K. sagte: "Das haben viele herausbekommen." Der Streckenposten spricht von knapp 20 Menschen, die auf dem Parkplatz eines anderen Hauses warteten. "Das war ein Riesenglück, dass da nicht mehr passiert ist."

Ob die Reaktion der Fahrer richtig gewesen sei, wollte Michael K. nicht einschätzen. "Vielleicht hätten sie da nicht ganz so schnell sein müssen, nicht ganz so viel Theater machen sollen. Aber ich weiß es nicht." Vorwürfe machte er den Fahrern nicht. DTM-Pilot Pascal Wehrlein sei bereits bei ihm im Krankenhaus gewesen, er habe sich entschuldigt.

DFB kündigt Aufklärung der Ereignisse an

Der DFB will sich am Mittag zu Einzelheiten und Hintergründen des tragischen Ereignisses erklären. Der Verband hat in Südtirol eine Pressekonferenz angekündigt. Die Nationalspieler Benedikt Höwedes und Julian Draxler hatten bei der Aktion als Beifahrer in den Autos von DTM-Fahrer Wehrlein und Formel-1-Pilot Nico Rosberg gesessen.

Rosmarie Pamer, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Martin im Passeiertal, fürchtet Auswirkungen auf die Stimmung: "Logischerweise ist die sehr gedrückt. Ich hoffe, dass es dem schwer verletzten Mann bald bessergeht und der Unfall nicht im Mittelpunkt der zehn Tage Trainingslager steht."

Die sportliche Vorbereitung auf die WM setzen Bundestrainer Joachim Löw und sein Team am Mittwochvormittag mit einem Training fort. Im Medienzentrum des DFB will sich Champions-League-Sieger Sami Khedira über sein Programm bis zum ersten WM-Spiel am 16. Juni in Salvador gegen Portugal äußern. Auch Länderspiel-Neuling Erik Durm stellt sich den Fragen der Medien.

Wehrlein: "Schock sitzt sehr tief"

Pascal Wehrlein hat sich derweil voller Bestürzung über den Unfall geäußert. "Der Schock über die tragischen Ereignisse sitzt sehr tief", schrieb der 19 Jahre alte Mercedes-DTM-Fahrer bei Facebook. "Meine ganze Hoffnung und meine Gedanken sind bei den beiden Verunglückten und ich bete, dass wir bald positive Nachrichten bekommen werden. Ich danke allen für die Unterstützung in diesen schweren Stunden."

feh/DPA / DPA

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