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RENNSPORT: EuroSpeedway kämpft gegen Imageverlust

Der Eurospeedway kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Auf der brandenburgischen Rennstrecke ist heute erneut ein Mensch ums Leben gekommen.

Nach dem zweiten Todesfall innerhalb von acht Tagen kämpft der EuroSpeedway Lausitz gegen den drohenden Imageverlust. Erst am Donnerstag war ein 42-jähriger Streckenposten von einem Tourenwagen überrollt worden. Marketing-Chef Christian Hammerich erklärte, dass beide Unfälle in keiner Weise mit der Sicherheit der Strecke zu tun gehabt hätten. »Es war ganz klar der menschliche Faktor, der die Tragödie am Donnerstag hervorrief«, betonte er. Trotz der Unglücke gilt die Hochgeschwindigkeits-Strecke südlich von Berlin als sicherste Rennstrecke der Welt.

Video beschlagnahmt

Am Freitag wurde von der Staatsanwaltschaft Cottbus ein Video beschlagnahmt, das zeigt, wie der Streckenposten entgegen aller Vorschriften die Strecke betreten hatte, um ein abgerissenes Teil eines Fahrzeuges von der Fahrbahn zu entfernen. Der Brandenburger wurde dabei von einem Opel Astra des Leipziger Rennteams MPP erfasst. Der Opel wurde inzwischen von der Kraftfahrzeug-Prüfstelle DEKRA wieder frei gegeben.

Die genaue Untersuchung der Umstände des zweiten Todesfalles soll nun durch die DEKRA vorgenommen werden. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft vom Freitag hatte die Prüfstelle im Falle des am vergangenen Mittwoch tödlich verunglückten ehemaligen Formel-1- Piloten Alboreto einen zwei bis drei Zentimeter langen Gegenstand, wahrscheinlich eine Schraube, als Grund für den geplatzten Reifen am Unfallfahrzeug Audi R8 ausgemacht.

Kein böses Omen

Auch im Fremdenverkehrsverein Lausitzring will man nach nicht von einem »bösen Omen« für die Zukunft des EuroSpeedway sprechen. »Das wahre böse Omen für die Region ist die Arbeitslosigkeit von über 25 Prozent. Deshalb werden wir verhindern, dass diese beiden bedauernswerten Unglücksfälle dazu genutzt werden, den Lausitzring tot zu kriegen«, erklärte Geschäftsführer Jürgen Trabandt im »Tagesspiegel«.

Opferhilfe

Umgehende Hilfe wird der Familie des Opfers zuteil. Nachdem EuroSpeedway-Geschäftsführer Hans-Jörg Fischer Unterstützung der Betreibergesellschaft für die Frau und die zwei Kinder ankündigte, hat auch der Präsident des Deutschen Sportfahrer Kreises (DSK), Winfried Matter, eine Sofortspende von 10 000 Mark überwiesen.

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