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Interview mit Doping-Sünder Oprah hatte von Armstrong mehr erwartet


Zweieinhalb Stunden lang sprach Lance Armstrong mit Talk-Lady Oprah Winfrey - war dabei aber offenbar nicht so offenherzig, wie erhofft. Doch das Interview könnte die ganze Branche erschüttern.

Ex-Radprofi Armstrong hat über Doping gesprochen - aber womöglich nicht so offen wie es US-Talkerin Oprah Winfrey gern gehört hätte. "Ich würde sagen, er hat nicht so ausgepackt, wie ich es erwartet hatte", sagte die Talkshow-Gastgeberin nach der Aufzeichnung des Interviews am Dienstag im Sender CBS. Zuvor hatten US-Medien berichtet, Armstrong habe erstmals die Einnahme verbotener Mittel, für die ihm alle Tour-de-France-Siege aberkannt worden waren, zugegeben. Das bestätigte Winfrey jedoch erwartungsgemäß noch nicht - schließlich will sie die Spannung bis zuletzt hoch halten. Sie sagte lediglich: "Die wichtigsten Fragen wurde alle beantwortet."

Das lange erwartete Interview soll nun gleich auf zwei Abende verteilt ausgestrahlt werden. "Ich hatte 112 Fragen und wir haben zweieinhalb Stunden gesprochen. In einer 90-Minuten-Sendung bleiben 65 Minuten für das tatsächliche Interview. Wir konnten einfach nicht die 150 Minuten eines faszinierenden Gesprächs auf 65 zusammenkürzen", sagte sie. Daher werde zum geplanten Sendetermin am Donnerstag noch der Freitagabend hinzukommen.

Angeblich holt der 41-Jährige zum Rundumschlag aus, der den Profiradsport in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Nach einem Bericht der "New York Times" will Armstrong, der zu seinen aktiven Zeiten reihenweise Gegner gemobbt und zum Teil in den Ruin getrieben hat, auch gegen Doping-Mitwisser auf höchster Funktionärsebene auspacken. Mächtige Turbulenzen sind programmiert.

Das lange erwartete Interview soll nun gleich auf zwei Abende verteilt ausgestrahlt werden. "Ich hatte 112 Fragen und wir haben zweieinhalb Stunden gesprochen. In einer 90-Minuten-Sendung bleiben 65 Minuten für das tatsächliche Interview. Wir konnten einfach nicht die 150 Minuten eines faszinierenden Gesprächs auf 65 zusammenkürzen", erklärte sie. Daher werde zum geplanten Sendetermin am Donnerstag noch der Freitagabend (Ortszeit) hinzukommen.

"Fasziniert von seinen Antworten"

Armstrong sei sehr freundlich und entgegenkommend gewesen. "Es war nicht leicht für ihn", berichtete Winfrey. Auf den vorab gezeigten kurzen Einspielfilmchen wirkt der Sportler - im blauen Anzug mit hellblauem Hemd und ohne Krawatte - nervös. "Ich glaube aber, dass er mit sich ins Reine kommen wollte. Er war jetzt einfach bereit für solch ein Interview." Dabei habe er sie zum Teil völlig "überrascht". "Wir waren richtig fasziniert von einigen seiner Antworten."

Winfrey sagte, dass sie sich mit Armstrong zuerst in ihrem Haus in Hawaii getroffen hätte. Der ehemalige Radsportler habe auf einer Nachbarinsel ein Anwesen und sei zu ihr rübergeflogen. "Ich habe alle aus meinem Haus rausgeschmissen und gesagt: Geht zum Strand, mindestens vier Stunden! Der einzige andere Mensch, den Armstrong während der ganzen Zeit sah, war ein Radfahrer auf der Straße", erzählte sie.

"Wo bleiben die leichten Fragen?"

Beim Interview selbst im texanischen Austin, unweit von Armstrongs Haus, habe sie seine Anwälte nicht im Raum haben wollen. "Wenn Ihr etwas dazu sagen wollt, sagt es später, aber unterbrecht uns nicht." Nach dem Gespräch seien beide "ziemlich erschöpft" gewesen. "Zur Pause fragte er mich: Wo bleiben die leichten Fragen?"

Medienprofi Winfrey sagte über das Interview: "Es gibt eine Menge Antworten. Ihr werdet zufrieden sein." Gemessen an der Zuschauerzahl werde das Gespräch wohl das größte ihrer Karriere sein.

In Deutschland wird das Interview zeitgleich zur Ausstrahlung in den USA am Freitagmorgen um 3.00 Uhr im #link;www.discovery.de/highlights/discovery-interview;Discovery Channel# gezeigt.

sas/DPA DPA

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