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Olympia-Finale in Vancouver: Kanada und USA wollen die Ehre der Eishockey-Frauen retten

Knapp zwei Wochen lang wurden sie bei Olympia mit Hohn und Spott überschüttet, jetzt sollen die beiden Top-Teams Kanada und USA in einem einzigen Spiel die Ehre der Eishockey-Frauen retten.

Knapp zwei Wochen lang wurden sie bei Olympia mit Hohn und Spott überschüttet, jetzt sollen die beiden Top-Teams Kanada und USA in einem einzigen Spiel die Ehre der Eishockey-Frauen retten. `Das ist das Spiel, das die Leute sehen wollen. Ihr werdet das beste Frauen-Eishockey aller Zeiten präsentiert bekommen´, sagt die kanadische Stürmerin Jayna Hefford vor dem erwarteten Finale der Spiele von Vancouver.

Eigentlich hätten die Erzrivalen schon vor dem Beginn des Turniers ins Endspiel am Donnerstag durchgewunken werden können, so erdrückend ist ihre Dominanz. Olympiasieger Kanada und Weltmeister USA spazierten mit je vier ungefährdeten Siegen aufs unvermeidliche Aufeinandertreffen zu - und schossen das Frauen-Eishockey mit zusammen 86 Toren in eine tiefe Krise.

`Kanada und die USA spielen auf einem anderen Planeten. Wir müssen den übrigen Nationen Zeit geben, sich zu entwickeln´, sagt Rene Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF. Noch habe er aber vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) keine Signale erhalten, dass die Zukunft des seit 1998 olympischen Frauen-Turniers auf der Kippe steht: `Es wird weitergehen. Wir müssen da durch.´Angesichts der bizarren Ergebnisse, von denen das nicht qualifizierte deutsche Team verschont blieb, werden jedoch die Rufe nach einer `Gnaden-Regel´ wie in anderen Sportarten lauter: Dabei werden einseitige Partien ab einem gewissen Spielstand vorzeitig beendet, um die Demütigung der Verlierer in Grenzen zu halten.

Eine solche Regel wird am Donnerstag sicher nicht nötig sein: In Kanada und den USA begegnen sich zwei Teams auf Augenhöhe. Seit 1990 standen sich beide Mannschaften in jedem WM-Finale gegenüber. Auch bei Olympia hieß das Endspiel seit der Premiere 1998 in Nagano bis auf eine Ausnahme immer Kanada vs. USA. Nur vor vier Jahren in Turin verpassten die Amerikanerinnen wegen der Halbfinal-Pleite gegen Schweden (2:3 n.P.) das Spiel um Gold.

`Jetzt fängt der Spaß für mich erst richtig an´, sagt Mark Johnson, Trainer der US-Frauen und 1980 in Lake Placid nach dem `Miracle on Ice´ selbst Olympiasieger. `Meine Mädels sind bereit. Sie sind jünger und hungriger´, behauptet Johnson. US-Stürmerin Jenny Potter heizte das brisante Duell zusätzlich an: `Hass ist ein zu starkes Wort. Aber da gibt es eine gewisse Abneigung. Genau deshalb spielen wir doch dieses Spiel.´Die Kanadierinnen lassen sich von dem Ballyhoo aus dem US-Lager nicht aus der Reserve locken. `Wir werden auf dem Eis antworten´, sagt Stürmerin Meghan Agosta, die in den Medien ihrer Heimat als `Sidney Crosby des Frauen-Eishockeys´ gefeiert wird. Die 23-Jährige erzielte in Vancouver bislang neun Treffer und stellte damit einen Rekord für ein olympisches Turnier auf.

SID / SID
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