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Deutschlands Eishockey-Frauen in Sotschi Finale um Prestige und jede Menge Geld


Der Druck ist hoch: Im letzten Olympia-Spiel gegen Japan geht es für die deutschen Eishockey-Frauen um den Klassenerhalt. Scheitert das Team, dürften finanzielle Mittel gestrichen werden.

Es geht um nicht weniger als Prestige, Aufmerksamkeit und viel Geld. Kurzum: Die deutschen Eishockey-Frauen stehen in Sotschi vor dem wichtigsten Spiel des Jahres. "Wir sind sehr zufrieden, die Mädels haben alles gegeben, das war eine einwandfreie Leistung", sagte Bundestrainer Peter Kathan schon einmal im Vorfeld. Dabei geht es für sein Team bei den Olympischen Winterspielen am Dienstag noch einmal um Alles: Im Match um Platz sieben müssen die bisher meist glücklosen Spielerinnen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nochmal gegen Japan bestehen – sonst droht die internationale Zweitklassigkeit.

Verlieren Kathans Schützlinge und beenden die Spiele damit auf dem letzten Platz, müssen sie im Herbst in Playoffs gegen den Sieger der B-WM gegen den Abstieg kämpfen. Sportlich wie finanziell – der Druck ist gewaltig. Ein Abrutschen in die Zweitklassigkeit könnte fatale Auswirkungen auf die künftige Unterstützung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) haben, wie Leistungssportdirektor Bernhard Schwank andeutete. Bei der Planung für die Förderung in den nächsten vier Jahren sei das Olympia-Ergebnis zwar nur ein Faktor, erklärte er, schloss aber an: "Es wäre ein guter Ausgangspunkt der Gespräche, wenn das Eishockey-Frauenteam in der A-Gruppe bleibt."

"Das ist nicht mehr ein Scheunentor, sondern ein Hasenstall"

Von dem Druck will sich die Truppe um Rekordspielerin Bettina Evers und Rekordtorjägerin Maritta Becker nicht einschüchtern lassen. "Die Mannschaft ist mental soweit gestärkt, wir hatten solche Situationen schon öfter", meinte Becker, die sich über den letzten Gegner an der Schwarzmeerküste freut - es drohte nämlich auch ein Duell gegen Gastgeber Russland. "Uns liegt Japan besser", sagte sie. In der Vorrunde hatte das DEB-Team die Asiatinnen 4:0 besiegt.

"Dieser Sieg hatte eine Befreiung ausgelöst", stellte Coach Kathan fest, der seine Karriere bei der Auswahl nach zwölf Jahren im Sommer beenden wird. Das folgende, beachtenswert knappe 1:2 gegen Finnland vom Sonntag war für ihn ein Beleg dafür, dass die Lücke zwischen den Topmannschaften Europas und dem deutschen Team kleiner geworden ist. "Das ist nicht mehr ein Scheunentor, sondern ein Hasenstall", verglich er in seinem typisch bayerischen Dialekt.

nck/DPA DPA

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