HOME

Eklat bei Olympia: Handschlag verweigert: Wie sich ein Ägypter beim Judo unmöglich macht

In der Antike ruhten während Olympia sogar Kriege. In Rio schaffte es ein ägyptischer Judo-Kämpfer nicht einmal, seinem Kontrahenten aus Israel die Hand zu schütteln. Das Publikum quittierte den Eklat treffend.

Olympia in Rio: Ein Ägypter verweigert beim Judo seinem Gegner aus Israel den Handschlag

Die Hand des Israeli Or Sasson (li.) geht ins Leere: Der Ägypter Islam El Shebaby verweigert nach seiner Niederlage im Judo den Handschlag. Das Olympia-Publikum quittiert den Eklat mit Buh-Rufen

Der ägyptische Judoka Islam El Shehaby hat bei den Olympischen Spielen seinem Gegner aus Israel den Handschlag verweigert und damit empörte Reaktionen des Publikums ausgelöst. Die Zuschauer in Rio de Janeiro pfiffen und buhten am Freitag, nachdem El Shehaby sich nach seiner Niederlage in der ersten Runde gegen den Israeli Or Sasson kopfschüttelnd umgedreht hatte, anstatt die ausgestreckte Hand seines Gegners zu schütteln.

Die Verbeugungen vor dem Kampf und der Handschlag danach gehören bei Judo-Wettkämpfen zum Standard. Schwergewichtler El Shehaby war nach seiner Niederlage im Auftaktkampf der Klasse über 100 Kilogramm so enttäuscht, dass er nach dem Kampfende zunächst auf der Matte liegen blieb und die Hände vor das Gesicht schlug. Der Ägypter wollte sich anschließend nicht zu seinem umstrittenen Verhalten äußern.

Eineiige Schwestern aus Brasilien : Diese sexy Synchronzwillinge verzaubern nicht nur Olympia


"Dinge passieren im Eifer des Gefechts"

Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, wollte die Szene nicht kommentieren, bevor er sich nicht selbst ein Bild gemacht habe. "Dinge passieren im Eifer des Gefechts, die nicht akzeptabel sind", sagte er. "Wir glauben, dass es in der olympischen Bewegung darum gehen muss, Brücken zu bauen, niemals Mauern."

"Es gibt keine Verpflichtung, am Ende eines Kampfes die Hand zu geben, aber es ist obligatorisch, sich zu verbeugen", erklärte ein Sprecher des Internationalen Judo-Verbandes (IJF) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der Ägypter sei daher zurückgerufen worden und habe sich dann auf Aufforderung vor Sasson verbeugt. Nach den Olympischen Spielen werde geprüft werden, ob weitere Maßnahmen wegen al-Schehabis Verhalten ergriffen würden.

So haben sich die Olympischen Spiele seit ihrer Gründung verändert


Fortschritt, dass Kampf bei Olympia überhaupt stattfand

Der Verbandssprecher hob hervor, dass es positiv sei, dass der Kampf überhaupt stattgefunden habe. "Es ist schon ein großer Fortschritt, dass die arabischen Länder es akzeptieren, gegen Israel zu kämpfen", erklärte der Sprecher mit Blick auf den andauernden Nahost-Konflikt, in dem viele Araber sich mit den Palästinensern gegen Israel stellen.

Der Präsident von Ägyptens Olympischem Komitee, Hescham Hatab, bezeichnete El Schehabis Gebaren als "persönliches Verhalten". "Wir haben ihm wiederholt gesagt, dass er den sportlichen Geist respektieren, nicht die Regeln verletzen und sich nicht dem Druck beugen soll", sagte Hatab. Der Druck ägyptischer und arabischer Medien auf Sportler wie El Schebabi sei "sehr groß".


dho / DPA / AFP

Wissenscommunity