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Die Olympia-Nacht: Eishockey-Team gelingt Historisches - Norwegen zieht im Medaillenspiegel an Deutschland vorbei

Das deutsche Eishockey-Team kann doch gewinnen - und Ski-Star Marcel Hirscher bleibt eine Klasse für sich. Hier finden Sie alles zur Olympia-Nacht: die Entscheidungen, die deutschen Erfolge und was sonst noch passierte.

Olympia 2018 - Marcel Hirscher - Eishockey

Marcus Kink (l.) und Marcel Goc (r.) bremsen Norweger Mattias Nörstebö aus. Das deutsche Eishockey-Team kann bei Olympia 2018 dank des 2:1-Siegs über die Skandinavier vom Viertelfinale träumen.

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Was in der Nacht passiert ist, und was der Tag uns bringt - der Überblick:

+++ Hier geht es zum Live-Ticker mit allen Infos und dem Medaillenspiegel +++

So lief es für die deutschen Athleten

Um es gleich vorweg zu nehmen: Medaillen gab es in der Nacht keine neuen für Deutschland - das war im Vorfeld aber eigentlich auch schon klar. Erfolgreich war der Beginn des elften Wettkampftages dennoch aus deutscher Sicht - den Eishockey-Jungs sei Dank. Das Team konnte gegen Norwegen erstmals seit 16 Jahren mal wieder bei Olympia einen Sieg erringen. 2:1 nach Penaltyschießen hieß es am Ende der Partie, in der vor allem Goalie Danny aus den Birken eine starke Leistung zeigte. Die DEB-Auswahl kann nun mit dem nötigen Selbstvertrauen in das Alles-oder-nichts-Spiel gehen und auf den Viertelfinaleinzug hoffen.


Mit deutscher Beteiligung hatte zuvor bereits der Riesenslalom der Männer stattgefunden. Im Kampf um Edelmetall konnten Alexander Schmid (im ersten Lauf ausgeschieden), Fritz Dopfer (26. Platz) und Linus Strasser (22. Platz) allerdings kein Wörtchen mitreden. Dafür setzte Ski-Dominator Marcel Hirscher aus Österreich das nächste Ausrufezeichen: Nach seinem Sieg in der Kombination fuhr der 28-Jährige der Konkurrenz auf dem von der Schweiz gesetzten Kurs beeindruckend auf und davon. 1,27 Sekunden Vorsprung hatte Hirscher am Ende allein auf Henrik Kristoffersen aus Norwegen, der Silber holte. Bronze ging an den Franzosen Alexis Pinturault.

Eine Medaille verpassten auch die deutschen Langlauf-Männer klar. In der Staffel über 4 x 10 Kilometer landeten Andreas Katz, Thomas Bing, Lucas Bögl und Jonas Dobler nur auf dem sechsten Platz. Damit müssen die deutschen Langläufer erstmals seit Nagano 1998 medaillenlose Olympische Winterspiele fürchten, nachdem auch die Frauen-Staffel mit Rang sechs eine Medaille klar verpasst hatte.

Die Entscheidungen

Marcel Hirschers Gold-Fahrt wurde schon erwähnt, soll an dieser Stelle aber in ihrer Tragweite noch mal ausführlicher ausgebreitet werden. Denn: Der Österreicher bestätigte mit dem Sieg nicht nur seine Ausnahmestellung - er gewann neun seiner letzten zehn Riesenslaloms -, auch könnte sich der 28-Jährige beim Slalom am Donnerstag ein Denkmal setzen. Gewinnt Hirscher auch den, würde er den Rekord von Ski-Legende Toni Sailer einstellen, dem es bislang als einzigem Österreicher gelang, drei Goldmedaillen bei denselben Spielen zu holen.

Um Edelmetall ging es in der Nacht im Slopestyle der Skifahrer - leider ohne deutsche Beteiligung. Nachdem die Freestyle-Akrobaten schon in der Quali ein hohes Niveau gezeigt hatten, sicherte sich letztlich der Norweger Oystein Braaten mit 95 von 100 möglichen Punkten Gold. US-Amerikaner Nick Goepper sicherte sich Silber, Alex Beaulieu-Marchand sprang zu Bronze.

Am frühen Sonntagmorgen durften die Norweger dann erneut jubeln. In der Langlauf-Staffel der Männer reichte es für das Quartett um Star Johannes Kläbo zu Gold. Silber sicherten sich die Olympischen Athleten aus Russland, Bronze holte Frankreich. 

Der Flop der Nacht

Ob man das hier Folgende als Flop bezeichnen kann, sei dahin gestellt. Und doch: Seit der Staffel-Entscheidung im Langlauf führt Deutschland den Medaillenspiegel nicht mehr an. Dort thront nun Norwegen, das durch die Siege im Langlauf und im Ski-Slopestyle nun ebenfalls neun Mal Gold holte, mit neun silbernen und sieben bronzenen Medaillen aber deutlich vor Deutschland liegt, das - und das sei hier im gleichen Zug auch betont - auf seine bisher schon stattliche Ausbeute auch als Zweitplatzierte sehr stolz sein kann.

Was heute noch ansteht

Aus deutscher Sicht müssen sich Fans heute auf einen eher ruhigen Tag einstellen: Denn realistisch gesehen haben nur die Biathleten eine echte Chance, Edelmetall einzufahren. Zumindest wollen die Skijäger um Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer und Massenstart-Weltmeister Simon Schempp den Topfavoriten Martin Fourcade (Frankreich) und Johannes Thingnes Bö (Norwegen) im Massenstart (ab 12.15 Uhr) über 15 Kilometer ein Schnippchen schlagen. Neben Peiffer und Schempp stehen zudem Benedikt Doll und Erik Lesser an der Startlinie.

Im Eisschnelllauf sind die deutschen Starterinnen Judith Dannhauer und Gabriele Hirschbichler ohne Medaillenchance. 

Indes hofft Bob-Pilot Francesco Friedrich nach der Pleite von Sotschi, als die Deutschen erstmals nach 50 Jahren keine Olympia-Medaille holten, auf Wiedergutmachung. In seiner Paradedisziplin, dem Zweier-Bob, will er gemeinsam mit Anschieber Thorsten Margis eine Medaille. Daneben sind noch die deutschen Duos Johannes Lochner/Christoph Weber sowie Nico Walther/Christian Poser mit dabei. Die Entscheidung fällt jedoch erst am Montag.

mod mit / DPA