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Abschiedsbrief von Surf-Profi André Paskowski: "Ein Kampf, den ich nicht gewinnen konnte"

André Paskowski gehörte zu den weltbesten Windsurfern. Am Freitag erlag der 31-Jährige seinem Krebsleiden. Den Tod vor Augen schrieb er einen Abschiedsbrief, der nun auf Facebook veröffentlicht wurde.

Von Klaus Bellstedt

Er war einer der besten Windsurfer Deutschlands: André Paskowski aus Rostock. Jetzt ist er tot. Am vergangenen Freitag erlag der 31-jährige Profisportler in Hamburg einem Krebsleiden. Am Tag seines Todes wurde auf Paskowskis Facebook-Seite sein Abschiedsbrief veröffentlicht. Es sind Zeilen, die zu Tränen rühren.

"Wir haben in den letzten Jahren alles gegeben. Aber das war ein Kampf, den ich nicht gewinnen konnte - nicht einmal mit der großartigen Unterstützung, die ich von euch bekommen habe", schreibt André Paskowski in dem Brief und dankt damit der weltweit trauernden Surfer-Szene, seiner Familie, Freunden und seiner Freundin.

Zehn Jahre war Paskowski, der als Sechsjähriger zum ersten Mal auf dem Board stand, als Profi auf der Tour. Nur 30 Tage im Jahr hielt er es zu Hause in seiner Wahlheimat Hamburg aus, wo seine Eltern leben. Den Rest des Jahres lebte er aus dem Koffer und tingelte um die Welt - immer auf der Suche nach der perfekten Welle, nach der nächsten Herausforderung. Daran änderte sich auch nichts, als er vor drei Jahren von der Krebsdiagnose erfuhr. In den vergangenen Wochen und Monaten waren seine Eltern immer öfter mit dabei. Darüber schreibt Paskowski auch in seinem Abschiedsbrief.

Dort heißt es: "Ich zeigte ihnen die schönsten Plätze auf der Welt, zeigte ihnen, warum ich meinen Job so liebe und machte sie mit meinen Freunden bekannt. Wir haben diese Zeit sehr genossen und sind dankbar für die Erfahrung."

Trotz aller Rückschläge und niederschmetternden Aussichten, was eine Heilung betraf, ging der Freestyle-Windsurfer weiter seinen Weg, suchte das Wasser und setzte, wenn möglich, seine Projekte fort. André Paskowski war nicht nur ein grandioser Sportler, er war auch ein kreativer Filmemacher, der bis zuletzt mit seiner Freundin Carolina an seinem aktuellen Projekt "Below the Surface" arbeitete.

"Es ist hart, für immer loszulassen"

Carolina war - gemeinsam mit den Eltern - wohl die größte Stütze in der schweren Zeit bis zu seinem Tod. Seine Freundin kennengelernt und mit ihr die schönste Zeit seines Lebens verbracht zu haben, schreibt Paskowski, sei seine größte Freude gewesen. "Trotz der Tatsache, dass zu dieser Zeit meine Krankheit schon fortgeschritten war, machten wir tolle Trips und ließen keine Welle ungeritten." Carolina sei bis zum letzten Moment an seiner Seite gewesen. Das verlange große Stärke, so André Paskowski, und dafür sei er ihr dankbar.

Der Abschiedsbrief dieses außergewöhnlichen Sportlers schließt herzzerreißend: "Es ist sehr hart, für immer loszulassen. Ich hoffe für meine Familie, meine Freunde und besonders für Carolina, dass sie den Schmerz bald überwinden. Seid nicht zu hart zu euch selbst, seid nett zu anderen und genießt jeden Moment in eurem Leben."

Rest in Peace, André - und Hang Loose!

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