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US Open: Alexander Zverevs überraschendes Aus: "Ich habe keine Lust mehr aufs Lernen"

Wieder scheitert Tennisprofi Alexander Zverev früh bei einem Grand-Slam-Turnier: Im Interview spricht der Hamburger über die Gründe für sein überraschendes Aus bei den US Open, seine Enttäuschung und die Erwartungen an ihn.

Alexander Zverev scheitert bei den US Open schon in der 2. Runde

Trotz aller Mühen scheitert Supertalent Alexander Zverev an dem gleichaltrigen Kroaten Borna Coric

Was war das Problem bei der Niederlage gegen den Kroaten Coric?

Mein Tennis. Von der Grundlinie habe ich so defensiv gespielt, das war Wahnsinn. Wenn du ihm Zeit gibst, spielt er den Ball zurück und das 40 oder 50 mal. Gegen ihn musst du gewinnen und das habe ich heute nicht getan.

Sie haben selbst gesagt, dass in dem Feld sehr viel möglich war. Haben diese Gedanken während des Matches eine Rolle gespielt?

Ich weiß, dass jedes Match schwer wird. Heute war es nicht schön. Es war vielleicht spannend, weil er viele Breakbälle und viele Satzbälle abgewehrt hat. Aber von meinem Level her war es ziemlich katastrophal. Ich habe das Gefühl gehabt, dass ich den dritten und den vierten Satz gewinnen muss, ich war der bessere Spieler bis zum Tiebreak. Aber jetzt bin ich halt raus aus dem Turnier, mein Leben geht weiter.

Ist das ein Lernprozess?

Ich habe keine Lust mehr aufs Lernen. Wie lange soll ich noch sagen, dass ich lernen soll? Ich habe gerade gegen einen 20-Jährigen gespielt. Es ist nicht so, dass ich gegen Federer oder Nadal verloren habe.

Zverev: Mein Jahr läuft gut

Wie beeinflusst Ihr Grand-Slam-Abschneiden die Bilanz der vergangenen Saison?

Mein Jahr läuft gut. Mein Grand-Slam-Jahr nicht so. Ich habe vierte Runde in Wimbledon gespielt, aber das war es. Die anderen Turniere habe ich sehr, sehr gut gespielt. Deswegen hoffe ich, dass ich es nächstes Jahr besser machen kann.


Haben Sie eine Erklärung, warum es bei den anderen Turnieren super funktioniert und bei den Grand-Slam-Turnieren nicht?

Ich habe wirklich nur bei diesem Grand-Slam-Turnier das Gefühl, dass ich schlecht gespielt habe. Hier habe ich nicht mein bestes Tennis gezeigt. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Ich werde die Arbeit so weiter machen. Hoffentlich kann ich mich dann nächstes Jahr wieder in die Position bringen, einer der Favoriten bei den Grand Slams zu sein. Dann hoffe ich, dass ich da weiterkomme.

Waren die Erwartungen an Sie gerechtfertigt oder waren Sie übertrieben?

Ich habe große Turniere dieses Jahr gewonnen. Ich habe zwei Masters gewonnen. Ich habe viele andere Turniere gewonnen. Vom Tennis-Standpunkt her habe ich auch das Gefühl gehabt, dass ich einer der Favoriten war. Aber wir können jetzt diskutieren, ob das gerecht war oder nicht, ich bin in der zweiten Runde raus.

Interview: Kristina Puck/DPA

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