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America's-Cup: Happy Christmas, "Sexy Lady"!

Jesper Bank vom Team Germany findet sein neues Boot "sexy". Die Performance der deutschen Mannschaft war bislang allerdings wenig betörend. Ohne scharfe Wende dürften sie zu den gehören, die als erstes ausscheiden.

Für das Team Germany ist ein hartes Segeljahr versöhnlich zu Ende gegangen. Nach dem sportlich missglückten Beginn und der späteren Pannenserie konnte die deutsche America’s-Cup- Mannschaft in der letzten Woche vor der Winterpause ihre neue "Germany I" vor Valencia noch einmal intensiv testen. Das Fazit von Skipper Jesper Bank fiel positiv aus. "Wir haben hier eine sexy Lady bekommen. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an", sagte der dänische Doppel-Olympiasieger, der nun wieder optimistischer auf das Cup-Jahr 2007 blicken kann.

Hinter ihm und der Crew liegt das bislang härteste Jahr für das erste deutsche Team in der 155-jährigen Cup-Geschichte. "Am schlimmsten war der Herbst, als wir nicht wussten, wo wir standen. Unsere Probleme schienen immer schlimmer zu werden", sagte Bank. Gleichzeitig sei aber der Zusammenhalt im Team gewachsen. In diesen schweren Zeiten hat Bank seiner Crew in einer Mannschaftssitzung einmal kämpferisch gesagt: "Wir liegen jetzt wie ein Käfer auf dem Rücken, haben Arme und Beine gebrochen. Aber wir können noch eines tun: Spucken." Zuletzt führte er noch einmal mit jedem Team-Mitglied Einzelgespräche. "Jetzt sind alle hundertprozentig motiviert. Ich bin sehr glücklich mit dieser Mannschaft."

Mancher Traum ging auf Grund

Banks ehrgeiziger Traum von einem Platz im Halbfinale der Herausforderer-Runde zum 32. America’s-Cup-Duell ist allerdings geplatzt. "Das wäre nur möglich gewesen, wenn wir unser Schiff wie ursprünglich geplant schon im April nach der Taufe in Kiel hätten testen und optimieren können", sagte er. Die ausgefallenen Test- und Trainingswochen hat Bank nicht gezählt. Es waren in jedem Fall zu viele.

Trotzdem blickt der Skipper optimistisch auf das bevorstehende Cup-Jahr, wenn er zu Weihnachten in die dänische Heimat reist: "Wenn wir alles geben, können wir immer noch einen Platz zwischen sechs und acht belegen. Das wäre dann ein sehr gutes Ergebnis."

im Sommer schlägt die Stunde der Wahrheit

Jesper Bank und Ehefrau Line feiern mit den beiden Söhnen Heiligabend zu Hause in Abenraa ganz klassisch mit Tannenbaum und Gänsebraten. "Ich freue mich schon darauf, wenn man Weihnachten überall so richtig riechen kann", sagt Bank, "und dann wird bei uns um den Weihnachtsbaum getanzt und gesungen."

Das United Internet Team Germany kommt am 8. Januar als erstes Cup-Team wieder im Basiscamp in Valencia zusammen. Dann läuft der Endspurt, bevor am 3. April die 13. und letzte Vorregatta zum Cup beginnt. Ab 16. April starten die elf Herausforderer in den Louis Vuitton Cup. Der Gewinner darf gegen Titelverteidiger "Alinghi" ab dem 23. Juni um die Krone des internationalen Segelsports antreten.

Tatjana Pokorny/DPA

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