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Football-Spieler Zack Golditch: Vor sechs Jahren überlebte er einen Amoklauf – jetzt spielt er in der NFL

Zack Golditch überstand mit 17 Jahren nur knapp den Amoklauf in einem Kino in Aurora. Seinen Traum vom Football-Profi gab er trotzdem nie auf. Nun ist er endlich am Ziel.

Zack Golditch auf dem Football-Feld mit einem Mitspieler

Zack Golditch (r.) bei einem Spiel für seinen bisherigen Verein Colorado State

Picture Alliance

Die Nacht auf den 20. Juli 2012 war nur ein Meilenstein in der langen, traurigen Geschichte der Waffengewalt in den . Für zwölf Menschen war diese Nacht die letzte ihres Lebens. Während der Premiere des Films "The Dark Knight Rises" marschierte ein 24-jähriger Mann in ein Kino in Aurora, einer Stadt im US-Bundesstaat Colorado, und schoss wild um sich. Zwölf Menschen starben, 58 wurden schwer verletzt. Für diejenigen, die das Grauen überlebten, war nichts mehr wie vorher.

Auch Zack Golditch, damals 17 Jahre alt, saß in diesem Kino. Eine Kugel streifte ihn an der linken Seite des Nackens. Golditch konnte noch rechtzeitig aus dem Gebäude fliehen. Sechs Jahre später spielt er jetzt in der , der amerikanischen Profi-Football-Liga.

Als Amoklauf-Überlebender in der NFL

"Immer noch in der Lage zu sein, Football zu spielen, ein normaler Mensch zu sein und einen funktionieren Körper zu haben, ist großartig", sagte er "USA Today". Für ihn hat sich die Sicht aufs Leben in jener Nacht im Juli 2012 verändert: "Ich halte nichts mehr für selbstverständlich." Golditch hat die Ereignisse verarbeitet, er weiß, dass er viel Glück hatte. Schon damals war er ein großes Football-Talent, auch der Amoklauf konnte ihn nicht aufhalten. 

Nun hat der 23-Jährige seinen ersten Profivertrag unterschrieben, in der nächsten Saison wird er für die Los Angeles Chargers auf der ganz großen Football-Bühne auftreten: "Das, wovon ich immer geträumt habe, wird endlich Wirklichkeit." Mit 1,95 Meter und 150 Kilogramm bringt er auch die körperlichen Voraussetzungen mit. Vor allem aber sind die Vereine auf seine Geschichte aufmerksam geworden. Wer ein solch einschneidendes Erlebnis überstanden hat, der ist auch bereit für den nicht nur physischen Druck auf einem NFL-Feld.

Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

"Zack hat nie ein Training verpasst, auch nicht nachdem er angeschossen wurde. Er kam am nächsten Tag und er wollte arbeiten", erzählte sein damaliger Trainer Justin Hoffman. Er sei ein Wettkämpfer, der keine Angst mehr habe und sich vor keiner Herausforderung scheue, sagt der Offensivspieler über sich selbst.

Und irgendwann will Zack Golditch nicht mehr als der Überlebende des von Aurora berühmt sein, sondern einfach als ein sehr guter Football-Spieler. Trotzdem weiß er, dass seine Geschichte nicht nur in den Medien stets präsent sein wird, sondern auch ihn selbst zu dem gemacht hat, was er jetzt ist: "Ich habe verstanden, dass das Teil meiner Geschichte ist."

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