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Wimbledon: Nur zwei Worte: Andy Murrays Seitenhieb gegen Sexismus

Ein Reporter, für den Frauenerfolge offenbar nicht der Rede wert sind, hat Andy Murray zu seinem Wimbledon-Aus befragt. Die Antwort des britischen Tennisstars sorgt im Netz für Beifall - und macht Mama Murray stolz.

Andy Murray nach seiner Niederlage gegen Sam Querrey beim Tennisturnier in Wimbledon

"Männlicher Spieler": Andy Murray nach seiner Niederlage gegen Sam Querrey beim Tennisturnier in Wimbledon

Andy Murray ist sichtlich frustriert, als er nur wenige Minuten nach seiner Viertelfinalpleite am Mittwoch in vor die Presse tritt. "Es ist traurig, dass es vorbei ist", kommentiert der 30 Jahre alte Schotte sein Ausscheiden gegen den Amerikaner Sam Querrey. "Es ist eine enttäuschende Niederlage, vor allem hier in Wimbledon."

Doch der Verdruss über das verlorene Spiel macht den Titelverteidiger und Weltranglistenersten nicht blind gegenüber dem eines Reporters. "Andy, Sam ist der erste US-Spieler seit 2009, der ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht", leitet der Journalist seine Frage ein. Als er fortfahren will, unterbricht ihn Murray trocken mit den Worten: "männlicher Spieler". "Wie bitte?", fragt der Reporter. "Männlicher Spieler, oder?" antwortet Murray. "Ja, erster männlicher Spieler, So viel ist sicher", sagt der Medienvertreter und lacht über seine eigene Bemerkung.

Murray lacht nicht. Und er sieht auch nicht aus, als wäre er besonders amüsiert über das Verhalten des Fragestellers. Denn der Journalist ignoriert mal einfach so die großen Erfolge der amerikanischen Tennisdamen. Zwar stand Andy Roddick 2009 in Wimbledon als letzter Spieler der US-Herren im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Aber Venus Williams zum Beispiel tritt im aktuellen Wimbledon-Halbfinale an. Ihre jüngere Schwester Serena hat seit 2009 sogar 12 Grand-Slam-Titel gewonnen. Und auch Coco Vandeweghe und Madison Keys erreichten Grand-Slam-Halbfinalspiele.

Andy Murray korrigierte auch BBC-Reporter

Es ist nicht das erste Mal, dass Murray einen Journalisten darauf aufmerksam macht, dass auch Frauen Tennis spielen. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro verbesserte der 30-Jährige einen BBC-Reporter. Als dieser sagt, Murray sei die erste Person, die jemals zwei olympische Tennis-Goldmedaillen gewonnen hätte, entgegnet Murray: "Ich glaube, und Serena haben jede etwa vier gewonnen."

Sein erneutes Eintreten für die weiblichen Kolleginnen brachte Murray in den sozialen Netzwerken viel Sympathien ein. Auch Murrays Mutter meldete sich stolz zu Wort: "Das ist mein Junge", schrieb Judy Murray auf Twitter.

Und sogar Schottlands Premierministerin Nichola Sturgeon schwärmte von ihrem Landsmann: "Was für ein Star Andy Murray ist - auf dem Feld und abseits des Feldes."



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