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Anti-Doping-Kampf: "Korrupte Mischpoke"

Mit dem Allheilmittel "Blut-Pass" will der Dauer-Patient Radsport seine Doping-Krankheit auskurieren. Wird jetzt alles gut? Kommt der verseuchte Sport nun wieder auf die Beine? Doping-Gegner Werner Franke glaubt nicht daran. stern.de sprach mit Deutschlands bekanntestem Doping-Jäger.

Herr Professor Franke, auf dem Anti-Doping-Gipfel des Radsports in Paris wurde letzte Woche die Einführung des Blut-Passes beschlossen? Was ist der Blut-Pass eigentlich?
Der Blut-Pass ist Unsinn und beruhigende Volksverdummung. Das mal vorweg. Auf dem Pass sollen die Ergebnisse sämtlicher Blut- und Urinkontrollen jedes Profis notiert werden, also auch eine Art Absicherungs- und "Ausreisekontrolle" wie früher in Kreischa, DDR: Aber sogar die Kontrollen selbst sind doch hier der Knackpunkt. Vor allem auch der Zeitpunkt der Kontrollen.

Es gibt neue Epo-Präparate, die sind nicht nachweisbar, sog. "Epo-Mimetica" sowieso nicht. Das weithin benutzte Wachstumshormon wird nicht nachgewiesen, der neue "Insulin-artige Wachstumsfaktor" ebenso nicht; Insulin selbst auch nicht, diverse Gonadotropine auch nicht. Und was macht der professionell beratene Athlet? Denken Sie mal an die Olympischen Winterspiele von Turin zurück: Die österreichischen Biathleten und Langläufer, die damals für den Doping-Skandal sorgten, hatten alle große Wasserflaschen an ihren Betten und UV-Lampen in ihren Zimmern. Das diente alles zur Verdeckung. Als die Polizei ins Zimmer kam, haben sie es ordentlich gluckern lassen, weil sie die Drogen um alles in der Welt verdünnen mussten. Das klappt ja in der Regel auch!

Wird es denn in absehbarer Zeit neue Tests geben - auch wegen der Einführung des Blut-Passes?
Durch den Blut-Pass kommt kein einziger neuer Test in die Benutzung. Das ist alles Pipifax. Welcher Test ist denn neu? Keiner, null! Alles was sie jetzt merken können, hätten sie schon vorher merken müssen. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass der neue Pass den Fahrern ein Alibi verschafft. Nach dem Motto: "Schauen sie doch ruhig mal in meinen Pass. Ist doch alles in Ordnung, ich bin sauber." Wenn der Fahrer dann aber noch selbst die Freiheit hat zu entscheiden, wann er zur Kontrolle erscheint, ist dem Volksverdummungs-Schwindel die Tür wieder weit geöffnet.

Vergessen wir also den Blut-Pass?


Der Blut-Pass ist Unfug. Weil es wirksame Testverfahren zur Messung der Agentien, um die es geht - und die kennen wir doch alle von den Fuentes-Listen - gar nicht gibt. Nehmen Sie das Beispiel Alberto Contador. Nichts von dem, was auf seiner Dr. Fuentes-Liste stand, konnte mit der bestehenden Methodik nachgewiesen werden.

Aber Besserung scheint doch in Sicht. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) in Deutschland weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass Kontrollen für eine erfolgreiche Doping-Bekämpfung nicht mehr ausreichen. Dort heißt es: "Eine Konzentration auf Kontrollen und deren weitere Intensivierung reicht nicht aus, um das Dopingproblem in den Griff zu bekommen. Mindestens genauso wichtig wie ein repressives Vorgehen sind Maßnahmen im präventiven Bereich." Die Nada will das Übel bei der Wurzel packen. Die Profis sollen zum Nicht-Dopen überredet werden.
Süß! Gelöbnisse mit Tandaradei und Ringelreih'n. Wissen Sie was? Manche Doping-Fachleute wie zum Beispiel der Herr Dr. Huber (der langjährige deutsche Olympia-Arzt und Ex-Nada-Mitglied Georg Huber gestand im Mai 2007, Nachwuchsfahrern zwischen 1980 und 1990 das leistungssteigernde Hormon Testosteron verabreicht zu haben, Anm. der Red.) saßen oder sitzen doch selbst in der NADA. Diese Leute sollen die Kontrolleure sein? Diese Art Sportmedizin ist doch eine korrupte Mischpoke. Diese Menschen haben doch ein Eigeninteresse daran, dass nicht zuviel aufgedeckt wird. Sicher: Ab und zu und zu Demonstrationszwecken soll schon noch mal jemand erwischt werden. Das war und ist doch die gängige Praxis. Nein: Die an Kontroll-Verfahren beteiligten "Experten" waren und sind Teil des Systems. In Deutschland, in den USA, in Asien.

Kann denn das Doping-Problem im Radsport überhaupt noch beseitigt werden?


Es kann alles beseitigt werden, wenn man das will! Am besten natürlich, wenn keine Profirennen mehr gefahren werden! Wer sagt denn überhaupt, dass man das muss? Die Menschheit leidet nicht darunter, wenn es diese Rennen nicht mehr gibt. Das sind doch sowieso nur Reklamefahrten der Sponsoren.

Sie haben die Termini "intelligente Kontrollen" und Epo-"Ähnliche" aus der Taufe gehoben. Es heißt, man könne diese Arten des Dopings niemals nachweisen. Da kann einem ja Angst und Bange werden.


Nein, mit den richtigen Methoden kann alles nachgewiesen werden.

Dopen sich denn schon Fahrer mit erweitertem Epo?


Bei einigen muss man wohl davon ausgehen. Einige Epo-Modifikationen sind schon zu erwerben.

Eine letzte Frage, mal weg von der ganzen Chemie. Was glauben Sie: Welche Rolle spielt der Anti-Doping-Kampf wirklich im BDR?


Der Bund deutscher Radfahrer ist geschichtlich betrachtet offenbar Teil des Systems und nicht Teil der Bekämpfung. Sonst wäre es nie so weit gekommen.

Interview: Klaus Bellstedt

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.