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Armstrong-Absage: Keine Motivation für Olympia

Lance Armstrong hat seinen Traum vom Olympia-Gold begraben. Nach reiflicher Überlegung entschied sich der fünffache Tour-de-France-Sieger für seine Familie und gegen einen Start in Athen.

"Ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen: Ich sollte nicht einmal 'wahrscheinlich nicht' sagen - ich sollte 'nein' sagen", erklärte der US-Radprofi am Donnerstag nach der 5. Etappe der Frankreich-Rundfahrt.

"Ich habe dafür keine Motivation und will nach der Tour mit meinen Kindern zusammen sein. Nach der Tour fliege ich nach Hause", kündigte der 32-Jährige den Verzicht auf seine vierte Olympia-Teilnahme an. "Ich war ein paar Mal bei Olympia, und wenn ich nicht mehr 100 Prozent Motivation für ein solch herausragendes Ereignis mitbringe, dann möchte ich auch keinem anderen den Startplatz wegnehmen", meinte der Texaner, der seit dem vergangenem Jahr von seiner Ehefrau und seinen drei Kindern getrennt lebt.

Armstrong nahm bisher in Barcelona, Atlanta und Sydney an drei Olympischen Spielen teil, ohne jemals Gold geholt zu haben. In Sydney wurde er im Straßenrennen von Jan Ullrich geschlagen und musste mit Rang 13 zufrieden sein. Beim Zeitfahren blieb ihm 2000 nur Bronze. "Ich habe die offizielle Absage noch nicht. Sollte Lance nicht starten, wäre das für uns eine große Enttäuschung", sagte am Freitag der amerikanische Nationaltrainer Sean Petty.

Pettacchi und Cipollini steigen aus

Unterdessen sind die Fahrer bei der sechsten Etappe der Tour de France ohne den Weltranglisten-Ersten Alessandro Petacchi aus Italien und dessen Landsmann Mario Cipollini gestartet. Der für das Fassa-Bortolo-Team fahrende Petacchi hatte am Vortag bei einem Sturz eine Schulterprellung erlitten und trat deshalb nicht mehr an. Cipollini behinderte eine Verletzung, die er sich beim Giro d’Italia im Mai zugezogen hatte. Im Gelben Trikot des Gesamtspitzenreiters ging der französische Rad-Profi Thomas Voeckler am Freitag auf das 196 Kilometer lange Teilstück von Bonneval nach Angers.

Petacchi hatte auch im vergangenen Jahr vorzeitig aufgegeben. Während der siebten Etappe war er vom Rad gestiegen, nachdem er zuvor vier Tageswertungen gewonnen hatte. Nach neun Etappensiegen beim diesjährigen Giro d’Italia war der 30-jährige Sprintstar mit hohen Erwartungen in die 91. Frankreich-Rundfahrt gestartet, blieb aber mit zwei achten Plätzen weit hinter den Erwartungen zurück.

Cipollini, Weltmeister von 2002, war zum ersten Mal seit 1999 und zum achten Mal insgesamt bei der Tour dabei. Der in diesem Jahr für den Rennstall Domina Vacanze fahrende Profi erreicht wie bei seinen bisherigen Teilnahmen wieder nicht das Ziel in Paris.

DPA

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