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Australian Open: Tommy Haas nach Kraftakt in Runde zwei

Tommy Haas steht nach einem mühevollen Sieg gegen seinen deutschen Kollegen Simon Greul in der zweiten Runde der Australian Open. Lange sah Haas allerdings wie der sichere Verlierer aus. Auch weitere Deutsche konnten sich über Auftaktsiege in Melbourne freuen.

Nach verpatztem Start und folgendem Kraftakt hat Tommy Haas die zweite Runde der Australian Open erreicht. Der Hamburger setzte sich am Dienstag in Melbourne nach 2:50 Stunden mit 6:7 (5:7), 6:4, 6:2, 6:1 im deutschen Duell gegen Simon Greul durch, der dem an Position 18 gesetzten Wahl-Amerikaner zunächst das Leben äußerst schwer gemacht hatte. Erst Mitte des zweiten Satzes, als Haas schon 1:4 zurücklag, krempelte der 31-Jährige die Ärmel hoch und gewann in der Folge sieben Spiele nacheinander.

Der Widerstand des in der Weltrangliste auf Rang 61 um 44 Plätze schlechter eingestuften Greul war danach gebrochen. Zudem musste sich der Kornwestheimer nach dem zweiten Satz an beiden Füßen behandeln lassen. Blasen machten das Laufen auf dem bei strahlendem Sonnenschein heißen Hartplatz für ihn zur Tortur. In der zweiten Runde bekommt es Haas, der in den Jahren 1999, 2002 und 2007 jeweils im Halbfinale des ersten Grand-Slam-Tennisturniers der Saison stand, mit dem Serben Janko Tipsarevic oder Wildcard-Spieler Ryan Harrison aus den USA zu tun.

Auch Schüttler und Kohlschreiber in Runde zwei

Auch Rainer Schüttler und Philipp Kohlschreiber konnten in Melbourne Auftaktsiege einfahren und stehen in Runde zwei. Der 33-jährige Schüttler feierte gegen den an Nummer 25 gesetzten Sam Querrey einen unerwarteten 6:3, 2:6, 6:4, 6:3-Erfolg. Der Augsburger Kohlschreiber gewann die tags zuvor im Regen von Melbourne im zweiten Satz beim Stand von 4:3 und 0:15 aus seiner Sicht unterbrochene Erstrunden-Partie gegen den überforderten Argentinier Horacio Zeballos mit 6:1, 7:5, 6:1.

"Das war nicht so schlecht für einen alten Mann, oder?", sagte Trainer Dirk Hordorff schmunzelnd in Anspielung auf die Kritiker, die Schüttler längst in Tennis-Rente sehen. Nächster Gegner des Korbachers ist sein Doppel-Partner Feliciano Lopez aus Spanien, gegen den er in sieben Vergleichen nur einmal, 2004 beim World Team Cup in Düsseldorf, als Sieger vom Platz gegangen ist. Kohlschreiber, der bei dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres an Nummer 27 gesetzt ist, bekommt es in dem Amerikaner Wayne Odesnik wieder mit einem Linkshänder zu tun. "Von der Papierform her sollte ich vielleicht gewinnen", meinte der 26-Jährige, auf den dann ein Center-Court-Match gegen Titelverteidiger Rafael Nadal warten könnte. Der Topfavorit auf den Turniersieg, der Schweizer Roger Federer, ist derweil ebenfalls in die zweite Runde eingezogen. In einem hart umkämpften Match besiegte der Weltranglistenerste den Russen Igor Andrejew mit 4:6, 6:2, 7:6 (7:2), 6:0.

Deutschen Damen auf Erfolgskurs - nur Grönefeld trauert

Auch bei den Damen gab es erfreuliche Nachrichten für das deutsche Team. Die Kielerin Angelique Kerber setzte sich 6:3, 6:3 gegen Olga Goworzowa aus Weißrussland durch, die in der Weltrangliste als Nummer 54 um 64 Plätze besser als die Deutsche eingestuft ist. Auch Andrea Petkovic hat die Erwartungen erfüllt und ist in die zweite Runde der Australian Open eingezogen. Die 22- Jährige aus Darmstadt setzte sich am Dienstag in Melbourne mit 6:2, 6:4 gegen Qualifikantin Renata Voracova aus Tschechien durch.

Eine bittere Enttäuschung musste dagegen Anna-Lena Grönefeld hinnehmen. Die 24-Jährige aus Nordhorn unterlag der Italienerin Roberta Vinci mit 5:7, 4:6 und schied nach Kathrin Wörle als zweite deutsche Tennisspielerin aus dem mit 14,9 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Tennisturnier aus.

DPA/feh / DPA

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