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Doping: Haftbefehl gegen Floyd Landis

Der einstige Tour-de-France-Sieger Floyd Landis wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Gericht in Frankreich will so eine Zeugenaussage des wegen Dopings gesperrten US-Radprofis erzwingen.

Gegen den Sieger der Tour de France 2006, Floyd Landis aus den USA, ist internationaler Haftbefehl erlassen worden. Ein Gericht im französischen Nanterre habe den Haftbefehl bereits am 28. Januar ausgestellt, teilte der Chef der französischen Anti-Doping-Agentur, Pierre Bordry, am Montagabend mit. Radprofi Landis war der Tour-Sieg vor dreieinhalb Jahren nachträglich wegen Dopings aberkannt worden.

Die Proben waren vom französischen Labor in Chatenay-Malabry untersucht worden. Im November 2006 war der Rechner des Labors Ziel eines Hacker-Angriffs gewesen. Dabei wurden Daten geändert oder gelöscht. Die Manipulationen wurden von einem Computer vorgenommen, der angeblich Landis' Trainer Arnie Baker zugeordnet werden konnte. Baker und Landis sollten im vergangenen Herbst deswegen vor Gericht in Frankreich aussagen, waren aber nicht erschienen.

Als Tour-Sieger nachträglich disqualifiziert

"Wir wurden heute Nachmittag vom Richter informiert, dass ein Haftbefehl in dieser Angelegenheit ausgestellt wurde", erklärte Bordry auf der Online-Seite der Sportzeitung "L'Equipe". Gegen Baker sei deswegen bereits am 4. November 2009 ein Haftbefehl ergangen.

Landis war als Sieger der Frankreich-Radrundfahrt nachträglich disqualifiziert und aus der Siegerliste gestrichen worden, nachdem er 2006 mit einer spektakulären Aufholjagd für Aufsehen gesorgt hatte. Der mittlerweile 34 Jahre alte Amerikaner hatte Doping trotz stets positiver Proben auf Testosteron immer wieder bestritten, war mit seiner Klage gegen eine zweijährige Sperre aber vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne gescheitert. Zum Sieger wurde der Spanier Oscar Pereiro erklärt.

DPA / DPA

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