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Eishockey: "Tre Kronors" holen letztes Gold

Ganz Schweden liegt im Freudentaumel: In der letzten olympischen Entscheidung der Winterspiele von Turin besiegte das "Drei-Kronen-Team" in einem hochklassigen Eishockey-Finale den ungeliebten Erzrivalen.

Finale furioso für Schweden: Die Eishockeyspieler haben die erfolgreichsten Winterspiele ihrer Nation gekrönt und mit dem zweiten Olympiasieg nach 1994 den Erzrivalen Finnland doppelt geschockt. Durch den 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)-Erfolg im Endspiel sorgte das "Drei-Kronen-Team" im letzten Wettbewerb von Turin für das insgesamt siebte schwedische Gold, während die Finnen den größten Triumph ihrer Eishockey-Geschichte verpassten und ohne Olympiasieg nach Hause zurückkehren.

Nicklas Lidström (41.) entschied das hochklassige Finale, der Verteidiger gehört nun als 17. Spieler zum so genannten Triple Gold Club jener Akteure, die Olympia-Gold, den Weltmeistertitel und den Stanley Cup der nordamerikanischen Profiliga NHL gewonnen haben. Henrik Zetterberg (25.) und Niklas Kronvall (34.) schossen am Sonntag im nordischen Duell die weiteren schwedischen Tore. Zum Siegerteam gehörten wie vor zwölf Jahren Stürmerstar Peter Forsberg sowie Jörgen und Kenny Jönsson. Forsberg hatte das Endspiel in Lillehammer mit seinem Penalty entschieden.

Schweden gibt Führung nicht mehr her

Den Finnen, die 1995 mit dem WM-Finalsieg über Gastgeber Schweden ihren einzigen Titel holten, reichten die Führung durch Kimmo Timonen (15.) und der Ausgleich durch Ville Peltonen (35.) nicht. Bronze holte Weltmeister Tschechien am Samstagabend durch ein 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) über Russland. Erst zum zweiten Mal seit der erstmaligen Olympia-Teilnahme einer sowjetischen Mannschaft vor 50 Jahren blieben russische Eishockeyspieler ohne Medaille. Zuletzt hatte es vor zwölf Jahren nur Rang vier gegeben.

In einem technisch hoch stehenden, mit zunehmender Dauer immer offener geführten Finale gingen die Finnen als bestes Powerplay-Team des Turniers wiederum in Überzahl in Führung. Einen Schuss von Verteidiger Kimmo Timonen ließ Schwedens Schlussmann Henrik Lundqvist durch die Schoner trudeln. Saku Koivu hatte Lundqvist noch irritiert. Zetterberg sorgte für den Ausgleich, als er ebenfalls in Überzahl Torwart Antero Niittymäki anschoss, der den Puck ins Tor lenkte. Zuvor waren die Finnen gleich fünf Mal ohne Gegentor geblieben. Beim Treffer von Kronvall saß Saku Koivu auf der Strafbank. Als die Schweden nicht mehr zu stoppen schienen, konterte Peltonen nach herrlicher Kombination prompt. Ein Schlagschuss von Lidström, der direkt am Kopf von Torwart Niittymäki vorbei sauste, brachte dem siebenmaligen Weltmeister nur zehn Sekunden nach Beginn des letzten Drittels die Führung, die Schweden bis zur Schlusssirene nicht mehr hergab.

Abschied von Jaromir Jagr rückt näher

Nach dem 0:4 gegen Finnland im Halbfinale gelang den Russen auch gegen die Tschechen kein Treffer. "Das ist unheimlich enttäuschend, aber in den letzten Spielen haben wir zu eigensinnig gespielt", sagte Stürmerstar Alexej Jaschin. "Nach dem großen Viertelfinale gegen Kanada waren wir kaputt", klagte Torhüter Jewgeni Nabokow. Die Tschechen legten acht Jahre nach Gold in Nagano mit verbesserter Defensive die Basis für ihre insgesamt zehnte Olympia-Medaille, müssen künftig wohl aber auf Superstar Jaromir Jagr verzichten. "Zu 90 Prozent war das mein letztes Spiel für die Nationalmannschaft", sagte der 34-Jährige, der wegen einer leichten Leistenverletzung im zweiten Drittel das Eis verlassen hatte.

DPA

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