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EISKUNSTLAUF: Eiskunstlauf-WM: Pluschenko auf WM-Kurs

Das spannendste Duell der Eiskunstlauf- Welttitelkämpfe ist schon zum Auftakt geplatzt. Der dreimalige Weltmeister Alexej Jagudin ist wegen einer Fußverletzung stark.

Das spannendste Duell der Eiskunstlauf- Welttitelkämpfe ist schon zum Auftakt geplatzt. Der dreimalige Weltmeister Alexej Jagudin ist wegen einer Fußverletzung so stark gehandicapt, dass er seinem Herausforderer Ewgeni Pluschenko in Vancouver das Feld nahezu widerstandslos überlassen muss. Dabei hatte der Zweikampf der Russen schon die Europameisterschaften im Januar in Bratislava dominiert, am Ende siegte Pluschenko (18) gegen seinen zwei Jahre älteren Landsmann

Trotz Verletzung kein Rückzug

Unter Schmerzen ging Jagudin am Montag auf das Eis, nachdem er drei Tage zuvor beim Joggen eine Knöchelverletzung erlitten hatte. 16 000 Zuschauer hielten im General Motor Place den Atem an, als ihm kaum ein Sprung gelang und er sogar mehrmals stürzte. Erst gegen Ende seiner Qualifikations-Kür riss sich Jagudin, der zur Musik des Films »Der Gladiator« läuft, noch einmal zusammen und sprang einen sauberen dreifachen Axel. Viele rechneten hinterher mit dem Rückzug aus dem Wettbewerb, doch Jagudin wollte nicht aufgeben. »Nein, so schnell ziehen wir nicht zurück«, sagte seine Trainerin Tatjana Tarasowa.

Zwar lief auch Pluschenko nicht fehlerfrei, doch trotz eines verpatzten vierfachen Toeloops führt er unangefochten das Feld vor der Kür an. Der St. Petersburger überraschte mit einer Neuheit: Er zeigte in der Qualifikation die Kür aus dem Vorjahr, um nicht zwei Mal das gleiche Programm zu zeigen.

Stefan Lindemann meldet sich zurück

»So schlecht habe ich Jagudin noch nie gesehen. Theoretisch ist Pluschenko durch, aber auch er muss den Wettkampf erst zu Ende laufen«, urteilte die Erfurter Trainerin Ilona Schindler. Mit dem Comeback ihres Schützlings Stefan Lindemann, der sich nach langer Verletzungspause erst kurz vor der WM wieder gesund gemeldet und sich mit einer ansprechenden Leistung für das Hauptfeld qualifiziert hatte, war sie äußerst zufrieden. »Die Nummer eins am frühen Morgen war dieses Mal unsere Glücksnummer«, meinte Schindler nach dem Auftritt um kurz nach acht Uhr. Lindemanns großes Ziel, ein Platz in den Top Ten, wird aber dennoch schwer zu erreichen sein.

Von Britta Körber (dpa)

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