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Fußball in Brasilien: Des "Diktators" üble Machenschaften

Nach der WM-Niederlage nehmen die schlechten Nachrichten für den Fußball in Brasilien kein Ende: Ricardo Teixeira, Präsident des Fußballverbandes, wird illegaler Geschäfte angeklagt. Nun droht ihm Gefängnis.

Wenige Wochen nach dem Versagen der "Seleção" bei der WM in Deutschland ist nun der Präsident des nationalen Fußballverbandes CBF, Ricardo Teixeira, von der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Anhand des Schlussberichts einer parlamentarischen Untersuchungskommission wurde Teixeira von der Staatsanwaltschaft in Rio de Janeiro beschuldigt, illegale Devisengeschäfte getätigt zu haben. Teixeira droht nach Angaben von Experten eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Neben den CBF-Chef wurden auch der mit Teixeira nicht verwandte Verbands-Generalsekretär Marco Antonio Teixeira und Finanzdirektor José Salim angezeigt. Beantragt wurde außerdem die Aufhebung des Bank- und Steuergeheimnisses aller Verwickelten. Ricardo Teixeira ist inzwischen von Deutschland nach Brasilien zurückgekehrt. Einen Kommentar zur Anzeige der Staatsanwaltschaft gab er vorerst nicht ab.

Seit 1989 im Amt

Die Parlamentarische Fußball-Untersuchungskommission hatte in Brasilia ihre Arbeit erst jüngst nach fünf Jahren mit einem Bericht beendet. Darin wird Teixeira verschiedener Unregelmäßigkeiten beschuldigt.

Der frühere Schwiegersohn von Ex-Weltverbandspräsident Joao Havelange ist bereits in seiner fünften Amtszeit als CBF-Präsident. Seit 1989 wird Teixeira immer wieder von den Präsidenten der 27 regionalen Verbände in Brasilien gewählt, die der CBF großzügig finanziert. Medien kritisieren Teixeira als "Diktator", der als Verbandspräsident vor allem seine eigenen Interessen im Auge habe.

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