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Golf: Donald löst McIlroy wieder als Nummer eins der Weltrangliste ab

Als Rory McIlroy vor zwei Wochen erstmals die Nummer eins der Golf-Welt wurde, freuten sich viele über den vermeintlichen Beginn einer neuen Ära. Endlich ist da einer, der das Vakuum, das Tiger Woods hinterlassen hatte, füllen könnte. Nun ist der Spuk vorbei, denn Luke Donald, den viele Experten als "Langweiler" abstempeln, stieß McIlroy wieder vom Thron.

Zwei Wochen gönnte Luke Donald Rory McIlroy als Nummer eins der Golf-Weltrangliste, dann stieß er den Nordiren wieder vom Thron. Nicht schon wieder, werden viele Experten sagen, denn nicht jeder sieht den Engländer als würdige Nummer eins des Golfsports an.

Die einen lieben seine Präzision, Konstanz und Nervenstärke auf den Grüns, die anderen "verspotten" ihn aufgrund seines unaufgeregten Spiels, seiner fehlenden Star-Attitüde und der Tatsache, dass er noch kein Major gewonnen hat als "Langweiler" und Platzhalter für eine irgendwann kommende wahre Nummer eins.

Ära McIlroy? Die beginnt wohl später 

Rory McIlroy wäre so ein Kandidat - er ist jung, spielt spektakuläres Golf, ist US Open-Sieger, beliebt bei den Fans und seit seiner Beziehung mit Caroline Wozniacki auch abseits des Golfplatzes ein gefragter Mann. Als der Nordire vor zwei Wochen erstmals in seiner Karriere den Golf-Thron bestieg, registrierten das viele mit einer gewissen Genugtuung und der Hoffnung, den Beginn einer neuen Ära zu erleben.

Weit gefehlt – Luke Donald warf bei der Transitions Championship in Plam Harbor wieder einmal seine Fähigkeiten in die Waagschale und feierte seinen ersten Turniersieg in dieser Saison, der ihm gleich wieder Position eins in der Weltrangliste bescherte. Einer der ersten Gratulanten war übrigens McIlroy der via Twitter verkündete: "Gratulation an Luke Donald, eine beeindruckende Vorstellung."

Luke Donald ist einfach gut

Und wer etwas genauer hinschaut, der wird feststellen, dass ein Ende von Donalds Höhenflug nicht in Sicht ist. 25 Turniere spielte er im letzten Jahr, 19 Mal landete er dabei unter den ersten Zehn. Als erster Spieler der Geschichte gewann er die Geldranglisten in den USA und Europa in einer Saison und auf der US Tour absolvierte er 2011 483 Löcher in Folge ohne einen Drei-Putt - Luke Donald ist einfach gut.

"Ich glaube, dass viele Leute dachten, dass meine letzte Saison vielleicht, naja nicht ganz ein Glücksfall war, aber auf jeden davon ausgingen, dass ich das nicht wiederholen kann. Hoffentlich kann ich sie widerlegen", erklärte Donald bei pgatour.com. Nach Platz sechs in der letzten Wochen bei der WGC Cadillac Championship und seinem Erfolg in Palm Harbor ist Donald auf jeden Fall wieder gut unterwegs.

Bei der Transitions Championship kämpfte er sich mit einer fehlerfreien 66er Schlussrunde vom siebten auf den ersten Platz nach vorne. Mit 13 Schlägen unter Par teilte er sich die Führung mit den beiden Amerikanern Jim Furyk und Robert Garrigus sowie Sang-Moon Bae aus Südkorea.

Donald: Kurz vom Tee, präzise mit den Eisen und dem Putter

Ein Stechen musste also die Entscheidung bringen. Und schon das erste Loch förderte die Facetten von Luke Donalds Art Golf zu spielen zu Tage. Er war mit Abstand der kürzeste Spieler des Quartetts vom Tee und musste folglich als Erster den zweiten Schlag ins Grün spielen.

Aus dem Rough platzierte er den Ball bergauf knapp zwei Meter neben dem Loch auf dem Grün. "Der Schlag war nahezu perfekt", freute sich Donald. Und wenn der Engländer erst mal den Putter in der Hand hat, dann ist das Ende nah - er versenkte die Kugel im Loch und erzwang schon auf der ersten Spielbahn im Stechen mit einem Birdie die Entscheidung zu seinen Gunsten.

Platz eins in der Weltrangliste und 990.000 US Dollar Preisgeld waren sein Lohn für eine starke Vorstellung. Großer Verlierer des Turniers war übrigens Ernie Els, der lange Zeit auf Siegkurs lag und mit zwei Bogeys auf den letzten beiden Löchern noch auf den geteilten fünften Platz zurückfiel.

Lars Ahrens 

sportal.de / sportal

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