Handball Steuerfahnder bei der HSG Nordhorn


Steuerfahnder haben die Räumlichkeiten des Handball-Bundesligisten HSG Nordhorn durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Auch bei der Zentrale der Handball-Bundesliga in Dortmund wurden die Beamten vorstellig.

Ein drohender Finanz-Skandal überschattet den Saisonauftakt in der Handball-Bundesliga (HBL). Steuerfahnder durchsuchten am Dienstag die Geschäftsräume des Bundesligisten HSG Nordhorn und beschlagnahmten nach Informationen des ZDF Unterlagen beim EHF-Pokalsieger. Gleichzeitig standen die Finanzbehörden bei Trainer Ola Lindgren sowie Spielern wie Weltmeister Holger Glandorf vor der Tür. Die Zentrale der HBL in Dortmund wurde im Rahmen der Aktion ebenfalls aufgesucht.

"Die Beamten standen am Morgen vor meiner Tür. Sie wollten meine Verträge, Kontoauszüge und andere Unterlagen. Ich habe ihnen alles mitgegeben", berichtete HSG-Trainer Lindgren. "Sie waren bei allen", fügte der schwedische Coach hinzu. Er geht davon aus, dass trotz der Steuerfahndung das Bundesliga-Auftaktspiel gegen GWD Minden am Mittwoch wie geplant im Nordhorner Euregium stattfindet: "Man muss abwarten, was bei der ganzen Sache herauskommt." Nationalspieler Glandorf sagte: "Sie haben bei mir Unterlagen mitgenommen. Bei mir ist alles in Ordnung."

"Wir haben unsere kooperative Zusammenarbeit angeboten. Diesen Vorgang hätte ich mir lieber erspart", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur. Von der Steuerrazzia waren aktuelle und ehemalige Nordhorner Spieler wie der langjährige Kapitän Jan Filip betroffen. Sie hängt offensichtlich mit den finanziellen Schwierigkeiten des niedersächsischen Vereins zusammen. "Es geht offenbar um nicht gezahlte Lohnsteuer", erklärte Glandorfs Berater Jochen Bergener dem ZDF.

Zuletzt wurden die Gehälter der Nordhorner Spieler nur mit Verspätung gezahlt. Deshalb wechselte Filip in diesem Sommer überraschend zu den Rhein-Neckar Löwen. Bereits 2002 stand die HSG Nordhorn vor dem finanziellen Kollaps. Der Verein erhielt die Lizenz erst im zweiten Anlauf. Diesmal bekam die HSG die Spielberechtigung unter Auflagen. Die Lizenz kann auch im Nachhinein nicht entzogen werden. Sollte sich ein Fehlverhalten des Vereins herausstellen, sind allerdings Punktabzüge möglich. "Wir haben die Verantwortlichen der HSG für Donnerstag vorgeladen", sagte Bohmann.

DPA DPA

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