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Jan Ullrich: "Ich hätte nichts dagegen, wenn sich mein Vater bei mir melden würde"

Hamburg - Kommenden Samstag erscheint Jan Ullrichs Autobiographie "Ganz oder gar nicht", bereits in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe druckt der stern exklusiv Auszüge. In seinem Buch beschreibt Radprofi Ullrich, wie sein alkoholkranker Vater die Familie erst terrorisiert und dann sitzen gelassen hat – seit Jahren haben sie keinen Kontakt mehr. Ullrich schreibt, dass er "einen Vater nie wirklich vermisst" hat. Inzwischen hat sich seine Einstellung geändert: "Seit meine Tochter auf der Welt ist, frage ich mich manchmal, wie es wäre, meinen Vater wiederzusehen. Ich suche ihn nicht, hätte aber nichts dagegen, wenn er sich bei mir melden würde. Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät für uns."

Ungewöhnlich offen setzt sich der Radprofi in seinem Buch mit persönlichen Höhen und Tiefen auseinander: Er schildert, wie es dazu kam, dass er in einer Disco Ecstasy-Pillen schluckte und deshalb wegen Dopings gesperrt wurde – und wie er mit seinen Fehlern die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin aufs Spiel setzte: "Ich hatte furchtbare Angst, dass Gaby mich nicht mehr wollte. Aber mir war auch klar: Ich würde um sie kämpfen."

Auch sportlich gibt sich Jan Ullrich eine gute Woche vor Beginn der Tour de France angriffslustig: "Ich will Lance Armstrong dieses Jahr schlagen", sagt er dem stern. "Ich will es absolut, und zwar Mann gegen Mann." Vielleicht, gesteht er, "habe ich in der Vergangenheit aus Nachlässigkeit ein paar Siege verschenkt."

Auch diesmal schien Ullrich wieder nicht fit genug zu sein und musste im April ein Rennen absagen und seine Saisonplanung ändern. Er verteidigt sich: "Beim Grundlagentraining im Januar war ich zehn Tage krank, wenn du das aufholen willst, ist Wettkampfstress eher schädlich." Nun aber fühlt er sich perfekt vorbereitet – am Wochenende gewann er in seiner schweizerischen Wahlheimat die Tour de Suisse.

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