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Drama bei Triathlon-WM-Finale Brite Brownlee kollabiert auf den letzten Metern - Bruder schleppt ihn ins Ziel

Alistair Brownlee (l.) stützt seinen Bruder Jonathan Brownlee und trägt ihn Richtung Ziel
Brüderliebe par execellence: Alistair Brownlee (l.) stützt seinen jüngeren Bruder Jonathan Brownlee und schleppt ihn Richtung Ziel 
© Victor Ruiz/DPA
Was für ein Drama: Bis 400 Meter vor dem Ziel ist Triathlet Jonathan Brownlee auf WM-Titelkurs, doch dann kollabiert der Brite, die Konkurrenz kommt näher. Es spielen sich Szenen ab, die die Sportart so noch nicht gesehen hat.

Es sind dramatischen Szenen, bei denen einem der Atem stockt: Im Finale der Triathlon-WM-Serie im mexikanischen Cozumel ist der Brite Jonathan Brownlee auf Titelkurs. Nur noch 400 Meter fehlen ihm bis zum Ziel, als es passiert: Der drückenden Hitze und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit geschuldet, fängt der Silbermedaillengewinner von Rio de Janeiro plötzlich an zu schwanken, völlig unkoordiniert setzt er einen Fuß vor den anderen. Mehrfach droht er einfach umzufallen. 

Sein 20-sekündiger Vorsprung auf Bruder Alistair und den Südafrikaner Henri Schoeman schmilzt. Wenig später hat das Duo den immer stärker taumelnden Briten gestellt. Es folgt ein Moment, den die World Triathlon Series so noch nicht gesehen hat: Anstatt mit Schoeman um den Sieg zu sprinten, packt sich Alistair seinen Bruder, legt ihm den Arm um die Schulter und schleppt ihn Richtung Ziel. Der uneigennützige Einsatz des zweifachen Olympiasiegers sichert Jonathan, dem Jüngeren der britischen Ausnahmekönner, zwar noch Platz zwei, der WM-Titel aber ist futsch.

Jonathan Brownlee meldet sich aus Krankenhaus

Dafür hätte Jonathan Brownlee das Rennen über 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometer Laufen gewinnen müssen, um Mario Mola noch in der Gesamtwertung abfangen zu können. Doch durch Brownlees zweiten Platz reicht dem Spanier Rang fünf zu seinem ersten WM-Triumph. Er löst nach neun WM-Rennen seinen in dieser Saison lange verletzten Landsmann Javier Gomez ab.

Triathlet Jonathan Brownlee liegt völlig entkräftet und regungslos im Ziel
Nichts geht mehr: Ein Helfer kümmert sich um den völlig entkräfteten Jonathan Brownlee, der regungslos im Zielbereich liegt
© Elizabeth Ruiz/AFP

Von den deutschen Triathlon-Männern überzeugte nur Justus Nieschlag als 18. einigermaßen. Steffen Justus wurde 43. In der Gesamtwertung war er als 23. bester Vertreter der Deutschen Triathlon Union (DTU), Gregor Buchholz gab im Finale auf, Jonathan Zipf trat aus gesundheitlichen Gründen nicht an.

Jonathan Brownlee meldete sich später via Twitter aus dem Krankenhaus zu Wort. So habe er die Saison nicht beenden wollen, schrieb der Brite im Bett liegend. "Aber ich habe alles gegeben". Daran bestehen keine Zweifel.

mod mit DPA

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