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Fair-Play im Leistungssport Läufer aus Andorra sorgt für Gänsehaut-Moment bei der Leichtathletik EM

Fairplay Leichtathletik-EM
Große Fair-Play-Geste bei der Leichtathletik-EM: Nahuel Carabaña aus Andorra macht kehrt und zieht seinen gestürzten Kollegen Axel Vang Christensen im EM-Vorlauf über 3000 Meter Hindernis von der Bahn
© Matthias Hangst / Getty Images
Auf seinen letzten Metern feierte ihn bei der Leichtathletik-EM das ganze Stadion. Nahuel Carabaña aus Andorra kam zwar als Letzter ins Ziel. Doch zuvor hatte er etwas ganz Großes vollbracht.

Es sind Momente, wie sie der Leistungssport nur noch viel zu selten hervorbringt. Zu groß ist die Konkurrenz, zu viel Geld steht bei den Wettkämpfen meist auf dem Spiel. Doch wenn es sie gibt, erwärmen sie das Herz der Sportfans auf der ganzen Welt — egal ob im Stadion oder vor dem Bildschirm.

Bei der Leichtathletik EM im Rahmen der European Championships sorgte Nahuel Carabaña aus Andorra für einen solchen Gänsehaut-Augenblick und wurde von den Fans im Münchner Olympiastadion dafür mit Ovationen gefeiert.

Es passierte im Vorlauf über 3000 Meter Hindernis. Der in Führung liegende Däne Axel Vang Christensen war gestürzt. Carabaña lief zunächst ein paar Schritte an dem am Boden liegenden Unglücksraben vorbei. Dann drehte er um und ging zu Christensen zurück. Carabaña versuchte zunächst, dem 18-Jährigen aufzuhelfen, probierte sogar, ihn von der Bahn zu tragen. Letztlich half er ihm zumindest, ein bisschen aus dem Hauptlaufweg zu kommen.

"Er hätte sich schwerer verletzt haben können", schilderte der 22-Jährige aus Andorra seine Beweggründe für die Hilfsaktion. Er selbst habe keine gute Form im Lauf gehabt, da habe er sich gedacht, dass er dem Mitstreiter auch helfen könne. "Vielleicht kann ich ja etwas Gutes tun heute, habe ich gedacht. Deshalb habe ich das so entschieden."

Fair-Play-Läufer bei Leichtathletik-EM fühlt sich nicht als Held

Vom Münchner Publikum gab es für den auch deshalb abgeschlagenen Mann aus Andorra Ovationen auf der Schlussrunde. "Das hat mich sehr glücklich gemacht und mir gezeigt, dass ich etwas sehr Gutes gemacht habe", sagte Carabaña. Ob er sich als Held des Tages fühle, wurde er auf dem Weg aus dem Stadion gefragt. Doch da wiegelte er ab. "Ich fühle mich nicht als Held. Jeder, der hier ist, ist ein Held", sagte Carabaña. "Jeder von uns kann sowas machen. Wir können uns gegenseitig helfen."

kng DPA

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