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Leichtathletik-EM: Harting sorgt für silbernen Supersonntag

Der deutsche Diskuswerfer Robert Harting hat am Finaltag der Leichtathletik-EM in Barcelona die Goldmedaille knapp verpasst. Der 25-jährige Berliner blieb mit 68,47 Metern 22 Zentimeter unter seiner Saison-Bestleistung, holte aber dennoch die insgesamt 13. Medaille für den DLV.

Diskus-Weltmeister Robert Harting hat sein erstes EM-Gold um 40 Zentimeter verpasst, den deutschen Leichtathleten aber die Medaille Nr. 13 beschert. 347 Tage nach seinem WM-Triumph in Berlin musste sich der Berliner am Super-Sonntag bei der Leichtathletik-EM in Barcelona mit Platz zwei begnügen. Trotz einer starken Sechser-Serie und 68,47 Meter verlor der Berliner die WM-Revanche gegen Vizeweltmeister Piotr Malachowski: Der Pole triumphierte mit der Siegweite von 68,87.

80 Minuten zuvor hatte die Sprintstaffel der Männer über 4 x 100 Meter das deutsche Dutzend voll gemacht. Tobias Unger, Marius Broening, Alexander Kosenkow und Martin Keller mussten sich in 38,44 Sekunden nur den Franzosen mit dem neuen Sprintkönig Christophe Lemaitre (38,11) und Italien (38,17) geschlagen geben. Der 20-Jährige holte sein drittes Gold und ist damit der erfolgreichste Athlet dieser EM. Doch auch ein dritter Platz kann glücklich machen. "Wir sind super happy. Schön, dass es geklappt hat. Wir wollten unbedingt eine Medaille", sagte Startläufer Unger.

Nicht nur auf Harting und die Sprinter war am Wochenende Verlass, bereits am Samstag regnete es Medaillen: Sensations-Silber für Speerwerfer Matthias de Zordo, Bronze für Siebenkämpferin Jennifer Oeser, Kugel-Koloss Ralf Bartels und Hürdensprinterin Carolin Nytra. Damit hatten die DLV-Asse bei der EM-Expedition auf dem Montjuic ihren Aufwärtstrend fortgesetzt - 2012 in London soll der Gipfel in Angriff genommen werden. "Ich glaube an die Mannschaft, sie hat eine tolle Perspektive für die Olympischen Spiele", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop der Nachrichtenagentur dpa.

Mittelmeer statt Mittelmaß: Das Team der Zukunft hat sich bei den 20. Europameisterschaften nach einem Fehlstart noch prächtig geschlagen. "Wir sind enttäuschend gestartet und haben mit Überraschungen aufgehört", resümierte Prokop nach vier "tollen Tagen" mit Sternstunden und Sensationen in der Olympia-Stadt von 1992. Nur an den ersten beiden Tagen war der DLV medaillenlos geblieben. "Wenn man so viele Medaillen gewinnt, kann man nur sagen: Ziel erreicht!"

Der Schwung der Heim-WM in Berlin (9 Medaillen) hat den Club der "Jungen Wilden" - Durchschnittsalter 25,9 Jahre - auch in Barcelona beflügelt. Der Titel-Traum ging für Sprinterin Verena Sailer, Linda Stahl mit dem Speer und Hammer-Frau Betty Heidler in Erfüllung.

Allerdings gab es auch Enttäuschungen: Der achte Platz von Nadine Müller (Diskus) sowie das Qualifikations-Aus von Markus Esser (Hammer) und Malte Mohr (Stabhoch) waren nicht eingeplant. Dick auf dem Zettel stand auch eine Medaille für die 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen, doch ein Wechselfehler begrub alle Hoffnungen.

Verena Sailers Sprint-Gold und Carsten Schlangens Silber über 1500 Meter hauchten der schon x-Mal totgesagten Lauf-Abteilung des DLV neues Leben ein. Doch über den Berg sind Sprinter, Mittel- und Langstreckenläufer längst noch nicht. "Der Laufbereich muss jetzt erkannt haben, dass er eine Chance hat", urteilte Kurschilgen. "Der Sprinterfolg sollte die Signalwirkung haben. Man kann mit starker europäischer Konkurrenz mithalten."

Mehr aber auch noch nicht: Denn gerade die Franzosen und auch die starken Briten hatten auf der blauen Bahn des Olympiastadions noch deutliche Vorteile. Beide Nachbarn "haben im Lauf zugelegt. Da müssen wir genau hinschauen, wie sie es machen", erklärte Prokop, der im eigenen Verband eine "Lauf-Offensive" gestartet hat.

Der große Star und erfolgreichste Teilnehmer der EM heißt Lemaitre. Nach seinen Titeln über 100 und 200 Meter siegte er am Sonntagabend auch mit der französischen Sprintstaffel vor Italien und dem DLV-Quartett. Ein "Triple" gelang zuletzt Katrin Krabbe vor 20 Jahren. Bei den Frauen holte sich die ukrainische Staffel den Titel.

DPA/SID / DPA

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