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Leichtathletik-WM: Deutsche Medaillenträume sind geplatzt

Die deutschen Medaillenträume sind am dritten Tag der Leichtathletik-WM in Daegu geplatzt: Stabhochspringer Malte Mohr verpasste Edelmetall nur, weil er für seine Höhe mehr Versuche benötigte als der Bronze-Gewinner. Hammerwerfer Markus Esser wurde Vierter, Kugelstoßerin Nadine Kleinert Achte.

Am dritten Tag der Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu sind die Medaillenhoffnungen der deutschen Leichtathleten allesamt geplatzt. Stabhochspringer Malte Mohr mischte im Finale zwar lange Zeit aussichtsreich mit, scheiterte jedoch an der Höhe von 5,90 Meter und verpasste damit die erhoffte Medaille. Besonders bitter: Die 5,85 Meter, die Mohr übersprang, hätten auch für die Silbermedaille gereicht. Der Hallen-Vizeweltmeister aus München benötigte aber mehr Versuche als der Dritte und landete schließlich auf dem fünften Platz. "Mit dem Platz bin ich nicht zufrieden", resümierte Mohr, "aber mit der Leistung." Bei 5,90 Meter sei er "wie gegen eine Wand gelaufen". Diese Höhe reichte dem Polen Pawel Wojciechowski, um sich die Goldmedaille zu holen. Zweiter wurde der höhengleiche Kubaner Lazaro Borges vor Europameister Renaud Lavillenie aus Frankreich, der wie Mohr 5,85 Meter übersprang.

Esser erneut nur Vierter

Knapp verpasst hat auch Hammerwerfer Markus Esser eine Medaille. Als Viertem fehlten ihm nur 27 Zentimeter zur Bronzemedaille. Schon bei der WM 2005 und der EM 2006 hatte der Leverkusener den "undankbaren" vierten Rang erreicht. Den WM-Titel gewann erstmals der bereits 36 Jahre alte Japaner Koji Murofushi. Der Olympiasieger von 2004 siegte mit 81,24 Metern hauchdünn vor dem Ungarn Krisztián Pars (81,18) und Titelverteidiger Primoz Kozmus aus Slowenien (79,39). "Ich bin ein bisschen schwer in Tritt gekommen, aber das komplette Jahr gibt Aufschwung für London", stellte sich der 31-jährige Esser rasch auf ein neues Ziel ein - die Olympischen Spiele im kommenden Jahr. Das tat er mit Zuversicht: "Ich kann mit Recht sagen: Markus Esser ist zurück in der Welt."

Verletzte Kleinert nur auf Platz 8

Enttäuschendes Ergebnis auch bei den Kugelstoßerinnen: Nadine Kleinert aus Magdeburg belegte mit 19,26 Metern nur den achten Platz. Die 35-Jährige, die 2009 in Berlin noch WM-Zweite geworden war, musste wegen einer Verletzung auf ihren letzten Versuch verzichten. Zwar verdrückte sie während des Wettkampfs noch einige Tränen, zeigte sich anschließend aber dennoch zufrieden damit, beste Deutsche im Wettkampf geworden zu sein. Christina Schwanitz (Thum) wurde mit 17,96 Metern Zwölfte. Weltmeisterin Valerie Adams aus Neuseeland verteidigte mit 21,24 Metern ihren Titel. Silber gewann Europameisterin Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland (20,05), Bronze ging an Jillian Camarena-Williams aus den USA (20,02).

Kaum noch Chancen für Siebenkämpferin Oeser

Die Medaillenaussichten für Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser sind nach den ersten vier Disziplinen des Siebenkampfes bereits deutlich geschrumpft. Die 27-Jährige holte am Montag insgesamt 3791 Punkte und hat damit als Sechste des Klassements nur noch geringe Chancen auf eine Edelmetall - obwohl der zweite Wettkampftag als Oesers stärkerer gilt. "Ich weiß nicht, was zuletzt los war. Es ist ein bisschen der Wurm drin", sagte die Leverkusenerin, die Tränen verdrückte. "Eigentlich wollte ich hier nicht enttäuscht in die Kamera gucken", sagte sie in der ARD. An der Spitze liegt Titelverteidigerin Jessica Ennis (Großbritannien) mit 4078 Punkten vor Tatjana Tschernowa aus Russland (3927). Lilli Schwarzkopf von der LG Rhein-Wied rangiert in der Zwischenwertung mit 3637 Punkten auf Platz elf. Die Neubrandenburgerin Julia Mächtig liegt mit 2812 Zählern an 23. Stelle.

Diskuswerfer Harting bleibt im Rennen

Seine Aussichten auf eine Medaille aufrecht erhalten hat dagegen Diskus-Recke Robert Harting. Er trotzte im vorkampf der Hitze und seinem lädierten Knie und kann den Kampf um eine WM-Medaille am Dienstag aufnehmen. "Ich muss einfach Gas geben. Das wird morgen schon, das wird cool", sagte der Titelverteidiger, nachdem er am Montag die schweißtreibende Qualifikation überstanden hatte - allerdings nur dank dreier schmerzstillender Spritzen. Der 26-jährige Berliner - einziger Weltmeister im 71-köpfigen deutschen Aufgebot - will seine Fans nicht enttäuschen: "Ich muss einfach Gas geben."

dho/DPA / DPA

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