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Leichtathletik-WM in Daegu Harting holt Gold, Oeser Bronze, Strutz Silber


Am vierten Tag der Leichtathletik-WM erlebten die Deutschen eine wahre Edelmetallschwemme. Robert Harting, Martina Strutz und Jennifer Oeser bescherten dem DLV einen kompletten Medaillensatz.

Der vierte Tag der WM in Daegu brachte dem DLV dreimal Edelmetall. Robert Harting triumphierte im Diskuswerfen, Martina Strutz holte Silber im Stabhochsprung und Jennifer Oeser konnte sich noch eine nicht mehr für möglich gehaltene Bronzemedaille im Siebenkampf sichern.

Schon im ersten Versuch des Diskuswerfens hatte Robert Harting der Konkurrenz mit 68,49 Metern vor eine unlösbare Aufgabe gestellt. Und dann steigerte sich der Deutsche im vierten Wurf sogar noch auf 68,97 Meter und sorgte dafür, dass trotz lädierter Patellasehne überhaupt keine Zweifel an seinem Weltmeistertitel und der erfolgreichen Titelverteidigung mehr aufkommen konnten.

"Einfach nur geil, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Einfach nur cool", rang Harting im Interview mit Eurosport nach Worten. Geil - was anderes kann man angesichts seines Vorsprungs auch gar nicht sagen. Denn am Ende siegte Harting mit 2,02 Metern Vorsprung vor Olympiasieger Georg Kanter (EST/66,95) und dem etwas überraschenden Drittplatzierten Ehsan Hadadi (IRN/66,08) und rechtfertigte seine Favoritenstellung eindrucksvoll. Der zweifache Weltmeister und Olympiasieger Virgilijus Alekna aus Litauen belegte mit 64,09 Metern dagegen nur Platz sechs, Europameister Piotr Malachowski aus Polen wurde sogar nur Neunter (63,37).

Strutz holt Silber

Für eine faustdicke Überraschung sorgte Martina Strutz im Stabhochsprung. Nachdem die Deutsche ihre Anfangshöhe 4,45 Meter erst im zweiten Versuch hatte überspringen können, blieb sie bis 4,75 fehlerlos, überwand die Höhe dann aber doch, verbesserte mit 4,80 dann sogar noch den deutschen Rekord und holte sich die Silbermedaille.

"Das ist sensationell", erklärte Strutz bei Eurosport. "Ich war überrascht, dass alles so gut ging. Ich hatte ein Selbstvertrauen wie ein Elefant, irgendwie prallte alles an mir ab." Weltmeisterin wurde Fabiana Murer (BRA), die 4,85 Meter im ersten Versuch überspringen konnte. Bronze ging an Svetlana Feofanova (RUS), die sich dreimal an 4.80 Metern die Zähne ausgebissen hatte. Elena Isinbaeva landete bei ihrem Comeback mit übersprungenen 4, 65 Meter nur auf Platz sechs.

Oeser von sieben auf eins

Ähnlich unerwartet wie das Strutz-Silber war auch die Bronzemedaille von Jennifer Oeser. Sie schien nach dem ersten Tag des Siebenkampfes bereits hoffnungslos abgeschlagen, doch ein starker Speerwurf katapultierte sie sich doch noch in die Spitzengruppe und bescherte ihr am Ende mit 6572 Punkten Platz drei hinter Weltmeisterin Tatyana Chernova (RUS/6880) und der entthronten Titelverteidigerin Jessica Ennis (GBR/6751). "Vielen Dank an alle, die mir gestern einen Arschtritt verpasst haben, es waren einige. Das habe ich gebraucht", jubelte Oeser in der Stunde des Triumphes.

Nachdem Jennifer Oeser den ersten Wettkampftag gerade einmal auf Platz sieben hatte beenden können, schien der Traum von einer Medaille dahin zu sein. Zu mäßig waren die Leistungen der Deutschen gewesen. Der zweite Tag startete im Weitsprung mit 6,28 Metern mit einer soliden Weite, so dass sie sich auf Platz sechs leicht hatte verbessern können.

Doch dann haute sie im Speerwerfen so richtig einen raus. Mit 51,30 Metern überbot sie ihre persönliche Bestleistung um satte 2,13 Meter und fand sich urplötzlich auf dem dritten Platz wieder, den sie auch im abschließenden 800 Meter-Lauf dank erneuter persönlicher Bestleistung behaupten konnte.

Ennis verpatzt Speerwurf

Während Oeser ein starker zweiter Tag rettete, verbaute sich Topfavoritin Ennis auf den letzten drei Etappen des Siebenkampfes die erhoffte Titelverteidigung noch. Mit 151 Punkten Vorsprung auf die Russin Tatyana Chernova war sie in den Weitsprung gestartet, egalisierte dort ihre persönliche Bestleistung von 6,51 Meter. Doch Chernova sprang 6,61 und verkürzte den Rückstand.

Im Speerwurf patzte Ennis. Sie verfehlte ihre Bestweite um fast sieben Meter und musste sich mit mickrigen 39,95 Metern zufrieden geben. Chernova schleuderte den Speer auf 52,95 und lag plötzlich mit 133 Punkten vor der Britin, die so über 800 Meter utopische neun Sekunden schneller als Chernova hätte laufen müssen, um sich doch noch Gold zu sichern.

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