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NBA: Mavs unterliegen Spurs mit schwachem Nowitzki 87 -104

Gegen die San Antonio Spurs verloren die Dallas Mavericks 87:104 und verpassten einen wichtigen Sieg im Kampf um die Playoffs. Kevin Durant und Russel Westbrook schafften gegen Minnesota einen historischen Rekord.

Die Dallas Mavericks haben es trotz einer ausgeglichenen Mannschaftsleistung nicht geschafft, sich im Kampf um die Playoff-Plätze ein wenig Luft zum Atmen zu verschaffen. Gegen den ewigen Widersacher und Lokalrivalen, die San Antonio Spurs, gab es in San Antonio eine letzten Endes deutliche 87:104-Niederlage.

Selbst mit sechs Spielern, die zweistellig punkten konnten, ließ sich ein schwacher Abend von Finals-MVP Dirk Nowitzki nicht verkraften. Ausschlaggebend war einmal mehr das schwache Reboundspiel sowie die fehlende Unterstützung von der Ersatzbank. Nicht einmal der Ausfall von Tony Parker auf Seiten der Spurs verschaffte den Mavs einen nennenswerten Vorteil.

Mavericks optimistisch

Trotz der Niederlage gegen die Los Angeles Lakers waren die Mavericks optimistisch nach San Antonio angereist. "Die Jungs sind absolut motiviert, hier bei den Spurs ein gutes Spiel abzuliefern. Diese Duelle sind immer hart umkämpft, aber bisher haben wir gegen San Antonio in dieser Saison immer gut ausgesehen", so Coach Rick Carlisle vor dem Spiel gegenüber dem Fernsehsender Fox.

Doch das Spiel begann gleich mit einem Paukenschlag. Daniel Green konnte bei einem Fastbreak den Korbleger von Rodrigue Beaubois blocken und setzte damit gleich ein Ausrufezeichen unter die Defensivstärke der Spurs, die in dieser Saison bisher alle Experten überraschen konnten, die die Mannschaft ob ihres Alters bereits abgeschrieben hatten. Dallas konnte aber bis zum Ende des ersten Viertels dran bleiben, und auch im zweiten Viertel konnte sich San Antonio trotz einer wesentlich besseren Trefferquote nie entscheidend absetzen.

Das verhexte dritte Viertel

Als die Mavericks dann Mitte des dritten Viertels dank dreier verwandelter Drei-Punkte-Würfe von Jason Kidd mit 5 Punkten in Front gehen konnten, sah alles nach einem gelungenen Abend für Dallas aus. Doch plötzlich funktionierte nichts mehr, was die Mavs auch versuchten. Ein 22:2-Run der Spurs blieb unbeantwortet, und plötzlich lagen die Mavs mit 15 Punkten im Rückstand. Vor allem der wieder genesene Manu Ginobili sowie der neu verpflichtete Stephen Jackson zeigten in dieser Phase, wieso Alter und Erfahrung sehr positive Merkmale für einen Titelkandidaten sein können – und man sogar den Ausfall des in dieser Saison besten Spielers der Spurs, des Franzosen Tony Parker, für einige Spiele kompensieren kann.

Und so einen Vorsprung kann man gegen die Spurs, eins der besten Heimteams der Liga, eben nur ganz schwer wieder aufholen, Vor allem, wenn der eigene Superstar einen derart schwarzen Tag erwischt hat. Dirk Nowitzki, dem normalerweise in solchen Phasen die Bürde obliegt, für die Mavericks zu punkten, kam am Ende der Partie zwar auf 16 Punkte, konnte aber nur 5 seiner 21 Würfe verwandeln. Dem Deutschen gelang zudem in den ersten drei Vierteln nicht ein einziger Rebound gegen seinen extrem handfest verteidigenden Gegenspieler Boris Diaw.

Ende, Aus,Vorbei – in Halbzeit zwei

Wie überhaupt das gesamte Mavericks-Team in der zweiten Halbzeit statistisch gesehen unterging. Eine Trefferquote von unter 30 Prozent für die Schlussviertel, nur 34 Rebounds gegenüber 54 bei den Spurs und vor allem viel zu wenig Punkte von der Bank – 23 gegenüber 40 bei San Antonio – waren die ausschlaggebenden Punkte für die Niederlage. Einmal mehr machten sich dabei die offenbar schweren Beine der alternden Mavs-Stars bemerkbar. Rückkehrer Shawn Marion scheint noch nicht wieder bei 100 Prozent zu sein, Jason Kidd erwischte wie Nowitzki keinen guten Abend, und Jason Terry und Vince Carter fielen einmal mehr durch viele überhastete Würfe auf.

San Antonio glich mit dem Sieg die Regular-Season-Serie mit 2:2 aus – beide Teams hatten bereits ihre vorangegangenen Heimspiele gewinnen können. Topscorer bei den Spurs, bei denen ebenfalls sechs Spieler zweistellig punkten konnten, war Neal mit 18 Punkten. Mann des Spiels aber blieb Ginobili, der mit 11 Punkten, 7 Assists und 7 Rebounds Parkers Fehlen vergessen machen konnte. Bei den Mavs konnte Jason Terry 18 Punkte erzielen.

Die Mavericks stehen damit nur noch ein halbes Spiel vor dem neunten Platz der Western Conference, der für einen Einzug in die Playoffs nicht mehr ausreichen würde. Die kommenden zwei Spiele gegen den direkten Rivalen Houston Rockets dürften also zwei ganz wichtige werden, geht es doch danach mit Auswärtspartien gegen Miami und Orlando ebenfalls gegen Spitzenteams.

Alter schützt vor Klasse nicht – Jugend hilft

Die Spurs hingegen bleiben mit dem Sieg der einzig ernstzunehmende Widersacher der Oklahoma City Thunder um den Spitzenplatz im Westen der Liga. Vor der Saison noch abgeschrieben, nach der Verletzung von Manu Ginobili, der mit einer gebrochenen Hand wochenlang ausfiel, belächelt und nach dem Trade für Stephen Jackson für verrückt erklärt – Coach Gregg Popovich beweist Woche für Woche, wieso er gemeinsam mit seinem Center Tim Duncan ein ganz sicherer Kandidat für die Hall of Fame ist.

Aus Altstars wie Duncan, Ginobili und Parker, abgeschriebenen Spielern wie Jackson, Matt Bonner oder Diaw sowie völlig unterbewerteten Newcomern wie Kawhi Leonard, Gary Neal oder Daniel Green hat Popovich einmal mehr eine Mannschaft geformt, die mittlerweile von niemandem mehr unterschätzt wird. War in den Jahren zuvor noch die Defensive der größte Trumpf der Spurs, ist es mittlerweile die völlig unberechenbare Offensive, die San Antonio so gefährlich macht.

Durantbrook – ein Rekord für die Ewigkeit?

Kevin Durant und Russell Westbrook von den Oklahoma City Thunder haben einmal mehr bewiesen, das sie sich hinter der angeblich besten Zweier-Kombination der Liga, Dwyane Wade und Lebron James, nicht verstecken müssen. Im Spiel gegen die Minnesota Timberwolves, bis zur Verletzung ihres Pointguards Ricky Rubio ebenfalls ein Anwärter auf einen Playoff-Platz im Westen, führten sie ihr Team mit 40 beziehungsweise 45 Punkten zu einem 149:140-Sieg – nach zweimaliger Verlängerung.

Durant unterstrich seine 40 Punkte noch mit 17 Rebounds und bewahrte seine Mannschaft mit einem späten Korb in der ersten Verlängerung vor einer Niederlage. Da musste sogar Minnesotas Kevin Love staunen, der mit seinen 51 Punkten den Bestwert der sehenswerten Partie abgeliefert hatte und sein Team mit einem Buzzerbeater-Dreier am Ende der regulären Spielzeit überhaupt erst in die Verlängerung gerettet hatte.

Durant und Westbrook sind in der Geschichte der NBA das erste Pärchen aus einem Team, das zwei Mal in einer Saison innerhalb eines Spiels jeweils mehr als 40 Punkte erzielen konnte. Bereits gegen die Denver Nuggets hatten Durant (51 Punkte) und Westbrook (40) dieses Kunststück vollbracht.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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