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NBA: Nowitzki verletzt - Mavericks schlittern in die Krise

Die Dallas Mavericks haben im Kampf um die Playoff-Plätze den nächsten Rückschlag einstecken müssen. Gegen die Memphis Grizzlies kassierten die Mavs die dritte Pleite in Folge. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn Dirk Nowitzki musste verletzt ausgewechselt werden.

Nach der gestrigen Heimniederlage gegen die New Jersey Nets konnten die Dallas Mavericks auch ihr zweites Spiel nach dem All-Star-Wochenende nicht gewinnen. Bei den Memphis Grizzlies setzte es für Dallas eine deutliche 85:96-Niederlage. Schwerer als die Niederlage wiegt aber wohl der Ausfall von Dirk Nowitzki, der zu Beginn des zweiten Viertels den Court mit Rückenproblemen verließ und für den Rest der Spielzeit in der Kabine behandelt werden musste.

Nowitzki muss verletzt passen

Bereits beim Aufwärmen hatte Nowitzki Probleme in der Hüftgegend signalisiert, und nach zehn Minuten, in denen der Deutsche nur einen einzigen Wurf nahm, entschieden die Mediziner der Mavs, den Star in die Kabine zu beordern. Da auch Nowitzkis nomineller Stellvertreter, Lamar Odom, derzeit aus persönlichen Gründen nicht zur Verfügung steht, durfte sich Brandan Wright über 21 Einsatzminuten freuen.

Außerdem versuchte Mavs-Coach Rick Carlisle immer wieder, Memphis mit einer Formation mit drei Guards, also einem eher klein aufgestellten Team, in Bedrängnis zu bringen – was von den Grizzlies und vor allem ihrem Center Marc Gasol unter den Körben gnadenlos ausgenutzt wurde. Der Spanier war dann auch mit 22 Punkten und elf Rebounds Memphis' bester Spieler.

Erste Halbzeit hui, zweite Halbzeit pfui

Nach einem einmal mehr verschlafenen Anfangsviertel auf Seiten der Mavs hielten sie in Abschnitt zwei nicht nur Schritt, sondern konnten vor allem Dank zwölf Punkten von Rodrigue Beaubois aus einem Zehn-Punkte-Rückstand eine Führung zur Pause machen.

Doch damit hatte es sich dann auch. Memphis, von Coach Lionel Hollins vor allem defensiv exzellent eingestellt, zog den Mavericks in der zweiten Halbzeit ein ums andere Mal mit Steals und forcierten Ballverlusten den Zahn. Während die Grizzlies immer stärker wurden, ließen die Mavs in diesem zweiten Spiel nacheinander zunehmend nach, was insbesondere die miserable Trefferquote von 34 Prozent in der zweiten Halbzeit belegte.

Vor allem in der entscheidenden Phase zu Beginn des vierten Viertels machte sich bei den Mavericks die fehlende Verteidigung in der Zone bemerkbar. Während Memphis ein ums andere Mal zu einfachen Körben kam, mussten die Mavericks ihr Glück in Drei-Punkte-Würfen suchen – von denen allein im Schlussabschnitt nur einer von sieben sein Ziel fand.

Terry nicht glücklich mit dem Coaching

Die Mavs wollten die zweite Niederlage in Folge nicht allein auf das fehlen ihres Superstars Nowitzki schieben. “Wir wissen, was wir können. Und egal, wer auf dem Feld steht – wir müssen genau das spielen. Wenn wir Experimente wagen, dann hilft uns auch kein Dirk – und heute haben wir es in der zweiten Halbzeit einfach falsch gemacht“, so ein sichtlich frustrierter Guard Jason Terry nach dem Spiel gegenüber dem Fernsehsender Fox.

Und auch Coach Carlisle, der bereits gestern die verpatzte Schlussphase auf seine Schultern genommen und Fehler zugegeben hatte, erklärte: “Das Fehlen von Dirk ist natürlich nicht gut für uns gewesen. Aber wir haben auch nicht das gespielt, was uns ausmacht. Ich werde dem Team vor den nächsten Spielen einige Dinge mit Nachdruck erklären müssen.“

Dallas fällt nach der Niederlage auf den sechsten Platz im Westen zurück, während Memphis nun nur noch ein halbes Spiel hinter den Mavericks liegt. Weiter geht es für Dallas am Freitag, wenn man zum Auswärtsspiel bei den New Orleans Hornets antreten muss. Im Kampf um die Playoffs muss Dallas dann wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.

Die Linsanity geht weiter

Beim Aufeinandertreffen der New York Knicks und der Cleveland Cavaliers kam es zum Duell zweier der aufregendsten jungen Talente auf der Spielmacherposition, Top-Rookie Kyrie Irving auf Seiten der Cavs und Jeremy Lin bei den Knicks. Trotz einer tollen Leistung mit 22 Punkten und sieben Assists musste Irving dabei am Ende Lin-tendo den Vortritt lassen.

Nachdem die Knicks tief im zweiten Viertel bereits mit 17 Punkten zurück gelegen hatten, kamen sie im dritten Viertel stark auf und schafften nicht nur das Comeback, sondern am Ende auch einen völlig ungefährdeten 120:103-Sieg. Lin brachte dabei mit 19 Punkten und 13 Assists den Madison Square Garden zum Toben.

Neben Lin glänzten einmal mehr Carmelo Anthony mit 22 Punkten sowie Tyson Chandler mit 13 Punkten und 15 Rebounds. Matchwinner war allerdings einmal mehr Ersatzspieler Steve Blake, der von der Bank kommend fünf seiner acht Versuche von der Dreierlinie verwandeln konnte und die Knicks so im dritten Viertel in Führung brachte.

Bulls triumphieren in San Antonio

Im Spitzenspiel des Tages trafen mit den San Antonio Spurs und den Chicago Bulls die beiden zweitplatzierten Teams der jeweiligen Conferences aufeinander. Die Altmeister aus Texas mussten sich dabei den jungen Wilden aus Chicago mit 89:96 geschlagen geben. Auch 15 Punkte von Gary Neal im Schlussabschnitt halfen den Spurs nicht, da Chicago im letzten Viertel mit einer Wurfquote von 67 Prozent aufwarten konnte.

Bei den Bulls, nach Siegen jetzt zwei Spiele besser als die Miami Heat, überragte einmal mehr MVP Derrick Rose, der sein Team mit 29 Punkten auf die Siegerstraße brachte. Das Matchup der Pointguards gewann er klar gegen den Franzosen Tony Parker, der sich in den letzten Wochen zwar in sensationeller Form befunden hatte, gegen die Bulls aber nur auf 11 Punkte kam – von denen er nur zwei nach der Pause erzielen konnte. Für die Spurs war es erst die zweite Heimniederlage der laufenden Saison.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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