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NFL: Buffalo und Detroit setzen NFL-Erfolgsserie fort

Das hätten sich die Fans der Detroit Lions und Buffalo Bills vor Saisonbeginn nicht träumen lassen – ihre Teams stehen nach dem 3. Spieltag mit einer 3:0-Bilanz da. Dabei hatte es beide mit Divisionsrivalen zu tun, gegen die sie seit geraumer Zeit nicht mehr gewonnen hatten und die schnell große Führungen herausspielten.

Auch größere Rückstande zur Halbzeit haben den Überraschungsteams Detroit Lions und Buffalo Bills nichts anhaben können – beide gewannen ihre Spiele nach längeren Durststrecken gegen Divisionsrivalen und sind weiterhin ungeschlagen. Damit sind sie nur noch in Gesellschaft des Titelverteidigers aus Green Bay und der Washington Redskins.

Als es nach knappen 24 Minuten Spielzeit im Ralph Wilson Stadium zu Buffalo bereits 21:0 für die New England Patriots stand, deren Superstar-Quarterback Tom Brady bereits drei Touchdowns verbucht hatte, und die 16. Niederlage in Folge gegen den Divisionsrivalen drohte, sah man die leidgeplagten Fans der Bills auf der Tribüne bereits aufstöhnen. Doch nicht in diesem Jahr: Die Bills drehten den Rückstand noch in einen 34:31-Erfolg über den vermeintlich zu großen Gegner.

Dabei war es nicht nur die Offensive um Quarterback Ryan Fitzpatrick, der auf 369 Yards, zwei Touchdowns, aber auch zwei Interceptions kam. Die Defensive zeigte sich auf dem Posten, pflückte gleich vier Pässe von Brady herunter, der damit am Ende bei 387 Yards eine ausgeglichene Touchdown-Interception-Bilanz aufwies.

Das I-Tüpfelchen setzte am Ende Bills-Kicker Ryan Lindell, der mit auslaufender Uhr für den Sieg sorgte, nachdem die Referees einen vermeintlichen Touchdown von Running Back Fred Jackson zuvor nach Überprüfung des Videobeweises zurückgerufen hatten.

Späte Genugtuung

Für einige der älteren Bills-Spieler war dieser Sieg eine Genugtuung: "Das ist der größte Sieg meiner Karriere", so Defensive End Chris Kelsay, der lediglich einer von vier aktuellen Spielern ist, der den letzten Sieg gegen die Pats 2003 miterlebt hatte, gegenüber espn.com. "Dieses Team vor unseren eigenen Fans in unserem Stadion zu schlagen – und dies auch noch nach so einem Rückstand. Das ist großartig, das werde ich nie vergessen."

Als Kelsay 2003 als Rookie diesen Sieg erlebte, hatten die Bills bereits eine drei Jahre andauernde Playoff-Durstrecke hinter sich: Seit 1999 hat Buffalo die Meisterrunde nicht mehr erreicht, berühmt-berüchtig ist das Team allerdings vor allem aufgrund der vier Super-Bowl-Teilnahmen in Folge Anfang der neunziger Jahre. Alle vier Endspiele gingen jedoch verloren. Am Ende gab Running Back Fred Jackson, der 74 Yards am Boden und 87 durch die Luft erzielte sowie einen Touchdown schaffte, dem umjubeltem Sieg eine für Buffalo typisch nüchterne Perspektive: "Ja, wir wissen, dass wir eine tonnenschwere Last von den Schultern genommen haben", zitierte buffalonews.com Jackson. "Das Wichtigste aber ist, dass wir 1:0 in der Division da stehen."

Lions drehen auf

Die Lions verbindet ein ähnliches Schicksal mit den Bills: In den 2000er Jahren bekam das Team einfach kein Bein auf den Boden, doch in dieser Saison machten die ersten zwei Spiele den Fans große Hoffnung.

In der dritten Partie bei den Minnesota Vikings, bei denen die Lions in den vergangenen 13 Jahren nicht gewinnen konnten, schien die Herrlichkeit vorbei. Mit 0:20 ging es im Metrodome zu Minneapolis in die Halbzeit – am Ende triumphierten die Lions jedoch mit 26:23 nach Verlängerung. Zum ersten Mal seit 1980 weist das Team somit eine 3:0-Bilanz auf. Für Detroit glänzte Quarterback Matthew Stafford mit 378 Yards und zwei Touchdown-Pässe auf Calvin Johnson. Zudem steuerte Kicker Jason Hanson drei Field Goals bei.

Packers hadern trotz Sieg

Mit ihren jeweiligen 3:0-Bilanzen befinden sich die Bills und Lions in bester Gesellschaft: Nach der 24:34-Niederlage der New York Jets bei den Oakland Raiders hat nur noch Titelverteidiger Green Bay das gleiche Saisonergebnis vorzuweisen. Die ebenfalls noch ungeschlagenen Washington Redskins müssen heute Nacht bei den Dallas Cowboys zu ihrem dritten Spiel antreten.

Trotz des 27:17 bei den Chicago Bears, und einer erneut guten Leistung mit 297 Yards, drei Touchdowns und einer Interception, wirkte Packers-Quarterback Aaron Rodgers nicht ganz zufrieden: "Wir haben ein wichtiges Spiel bei einem Divisionsrivalen gewonnen, aber wir können noch einiges verbessern", zitierte espn.com Rodgers. Es gäbe sowohl in der Offense, der Defense und den Special Teams noch Verbesserungsmöglichkeiten, so Rodgers weiter.

Vick droht längerer Ausfall

Die Philadelphia Eagles müssen wahrscheinlich längere Zeit ohne ihren Quarterback Michael Vick auskommen. Er brach sich, eine Woche nach seiner Gehirnerschütterung, beim 16:29 gegen die New York Giants die rechte Hand und musste ausgewechselt werden. Bei den Gästen überzeugte Vicks Gegenüber Eli Manning dagegen mit vier Touchdown-Pässen.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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