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NFL: Packers gewinnen 27 -15 bei den Lions - Suh fliegt vom Platz

Die Green Bay Packers spielen in dieser Saison wie ein Titelverteidiger. Kein Wunder also, dass sie sich in Detroit nur eine Halbzeit lang irritieren ließen und am Ende souverän die beste Bilanz in der Teamgeschichte verbuchen konnte. Das einstige Überraschungsteam aus Detroit half mit eigenen Fehlern tatkräftig mit.

Nach einem klaren 27:15 (7:0)-Sieg der Green Bay Packers bei den Detroit Lions hatte es zunächst nicht ausgesehen, doch am Ende zeigte der Titelverteidiger, warum er noch keine Niederlage kassierte. Die 11:0-Bilanz ist zudem die beste in der langen Teamgeschichte

Quarterback Aaron Rodgers lieferte am Ende mit zwei Touchdown-Pässen und 307 Yards Raumgewinn eine erneut makellose Leistung. Gegenüber Matthew Stafford musste dagegen drei Interceptions hinnehmen. In eine fehlerbehaftete Leistung reihte sich Defensive-Liner Ndamukong Suh ein, der nach einem Tritt gegen den Gegner das Feld verlassen musste.

20 Minuten perfekte Defense

Wie bei Spitzenspielen in allen Sportarten gerne üblich, blieb das erste Viertel für Freunde des Offensiv-Footballs Magerkost. Zu gut war vor allem die Defensive der Gastgeber, die die Offensivmaschinerie um Green Bays Quarterback Aaron Rodgers zum Stocken brachten. Nicht einmal 40 Yards hatte Rodgers zu diesem Zeitpunkt durch die Luft gut machen können, sein Running Back James Starks brachte es auf magere sieben Yards bei zwei Läufen.

Auch wenn sich die Zahlen der Lions besser lasen, brotlose Kunst lieferte auch ihr Angriff ab. Vier Mal ging es in der ersten Halbzeit in die Hälfte der Packers – vier Mal standen die Lions am Ende mit leeren Händen da. Solche verpassten Gelegenheiten sollten sich schnell rächen. Denn die Verteidigung musste nach einem Ballverlust schnell die ersten Punkte hinnehmen.

Ballverlust eiskalt genutzt

Mit 5:33 Minuten auf der ablaufenden Uhr setzte Stafford zu einem Pass auf Brandon Pettigrew an, doch Packers-Defense End Ryan Pickett brachte seine Hände an den Ball, das abgefälschte Spielgerät landete bei Mitspieler Clay Matthews, der somit Green Bays 20. Interception in dieser Saison perfekt machte.

Die ideale Feldposition an Detroits 13-Yard-Linie nutzte Rodgers mit einem Pass auf die Endzone auf Greg Jennings aus. Dieser fing zwar nicht, wurde aber von Brandon McDonald behindert, die Referees entschieden auf Pass Interference. Schließlich fand Rodgers Jennings doch in der Endzone – Green Bay führte 7:0.

Wie gespannt die Gemütslage auf beiden Seiten war, zeigte eine sich andeutende Schlägerei kurz vor der Pause, die jedoch von den Referees unterbunden wurde. Bezeichnend auch, dass sich die Penalties auf beiden Seiten sammelten.

Das vorerst schmutzige Ende vom Lied

Mit Penalties machten besonders die Lions weiter, deren Defense nun auch Rodgers und den Rest des Angriffes marschieren lassen musste. Für eine Vorentscheidung sorgte mit Ndamukong Suh ausgerechnet jener Lions-Verteidiger, der sich in der Vergangenheit immer wieder der Vorwürfe erwehrt hat, ein Spieler zu sein, der mit schmutzigen Tricks arbeitet. Doch sein Tritt gegen einen Packers-Offensive Liner ließ den Referees keine Wahl. Er bestätigte somit zumindest einmal seinen Ruf, sondern erwies durch seine Hinausstellung einen Bärendienst.

Da dies ganze Geschehen sich vor der Lions-Endzone abspielte, war der nächste Packers-Touchdown nicht weit. Nach dem 14:0 durch John Kuhn verlor Detroit endgültig den Faden. Stafford produzierte erneut einen unglücklichen Ballverlust, Gegenüber Rodgers ließ sich nicht lange bitte und warf über 65 Yards auf James Jones zum 21:0. Im nächsten Lions-Angriff griff der erfahrene Charles Woodson noch einmal zu – die dritte Interception des Tages brachte im Anschluss jedoch nur ein Field Goal von Mason Crosby.

Lebenszeichen

Detroit zeigte nun zumindest wie in mehreren Spielen zuvor, dass sie ein großer Rückstand und Ballverluste nicht schocken konnten. Zum einen wurden die Gegner an weiteren Punkten zunächst gehindert, auf der Gegenseite lief Keiland Williams zum Touchdown. Nach der Two-Point-Conversion sah der Stand aus Lions-Sicht mit 8:24 etwas freundlicher aus.

Die erfahrenen Packers ließen sich ein solches Spiel allerdings nicht mehr nehmen. Ein weiteres Field Goal von Crosby sorgte für das 27:8, Staffords Touchdown-Pass auf Calvin Johnson 15 Sekunden vor dem Ende kam dagegen zu spät. Das 27:15 beschert Green Bay zum ersten Mal in der Teamgeschichte eine 11:0-Bilanz. Die Lions müssen sich nun im Kampf um die Playoffs der anderen Wildcard-Anwärter erwehren.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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