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NHL Capitals, Ducks und Hurricanes haben neue Coaches


Mit den Washington Capitals, den Carolina Hurricanes und den Anaheim Ducks feuerten diese Woche gleich drei NHL-Teams ihre Coaches. Die St. Louis Blues haben es vorgemacht, wie man mit einem neuen Trainer innerhalb kürzester Zeit zum Erfolg kommen kann.

Diese Woche hat es zu Beginn gleich ordentlich gekracht. Mit den Washington Capitals und den Carolina Hurricanes haben gleich zwei Teams der Southeast Division Konsequenzen aus der sportlichen Krise gezogen und ihre Coaches entlassen. Mitte der Woche zogen die Anaheim Ducks nach und entließen mit Randy Carlyle den Mann, der ihnen 2007 den einzigen Stanley Cup der Teamgeschichte bescherte.

Das prominentere Opfer dabei ist zweifellos Caps-Coach Bruce Boudreau, der es in vier Jahren nicht schaffte, aus einem mit Stars gespickten Team, das in der Vorrunde die Konkurrenz regelmäßig in Grund und Boden spielte, einen ernsthaften Anwärter auf den Stanley Cup zu formen.

Boudreau gelang es schneller als jedem anderen Coach in der modernen NHL zu 200-Saisonsiegen zu kommen, aber der große Wurf blieb ihm verwehrt. Dies soll nun Ex-Capitals-Kapitän Dale Hunter schaffen, der erstmals ein NHL-Team trainiert und von den Fans bei seinem ersten Training begeistert empfangen wurde. Sein Vorgänger Boudreau fiel dagegen weich: Er wurde von den Ducks zum Nachfolger Carlyles bestimmt.

Team reagiert nicht mehr auf Boudreau

Legendär waren in Washington Boudreaus Ansprachen an sein Team, bei denen er gerne das F-Wort benutzte, aber zuletzt schien er seine Mannschaft einfach nicht mehr erreichen zu können. "Wenn du dies siehst, so sehr du auch einen Wechsel nicht haben möchtest, musst du einen Wechsel vornehmen", begründete Caps-Generalmanager George McPhee den Rauswurf.

Boudreau könnte auch Opfer der neuen Politik von Teambesitzer Ted Leonsis geworden sein, der dieses Jahr für seine Investitionen endlich Erfolge sehen will und vor der Saison bereits Kapitän Alex Ovechkin in die Pflicht nahm, mehr für die Mannschaft zu machen und wie ein echter Kapitän aufzutreten.

Nach der Entlassung gab es jedenfalls keine schlechten Worte für Boudreau, weder von Ovechkin noch Leonsis. Der russische Superstar erzählte der Washington Post, dass er ein gutes Verhältnis mit dem Trainer gehabt habe und Leonsis dankte Boudreau, dass dieser die Franchise auf Erfolgskurs gebracht habe - auch wenn zuletzt der Erfolg ausblieb.

Hunter übernimmt die Capitals

Mit Hunter folgt nun ein Coach, der als Spieler sowohl Tore erzielen konnte, als auch ein richtig harter Junge war. Als einziger NHL-Profi überhaupt brachte er es gleichzeitig auf über 1000 Punkte und 3000 Strafminuten, seine 3563 Strafminuten sind sogar die zweitmeisten aller NHL-Spieler. "Es wird nicht schwer, diesem Kerl zu folgen", sagte Angreifer Brooks Laich laut espn.com.

Bei den Hurricanes erwischte es Trainer Paul Maurice, für den der frühere All Star Kirk Muller das Team übernahm - ebenfalls zum ersten Mal in der NHL. Die Hurricanes sind Letzter ihrer Division und derzeit weit davon entfernt, an die Playoffs zu denken, die sie zuletzt 2006 erreichten.

Das Debüt der neuen Coaches ging bei beiden Teams in die Hose. Während die Hurricanes den Florida Panthers mit 1:3 und die Capitals waren den St. Louis Blues mit 1:2 unterlegen. Die Blues sind aber ein gutes Beispiel, wie sich ein Trainerwechsel positiv auswirken kann.

St. Louis hat einen Lauf mit neuem Coach

Seitdem Ken Hitchcock bei St. Louis übernommen hat, hat das Team 17 Punkte in elf Spielen ergattert und ist auf den zweiten Platz der Central Division und den dritten der Western Conference vorgestoßen. Großen Anteil am Erfolg hat Goalie Brian Elliott, der eine brillante Saison spielt. Von elf Spielen, die er gestartet ist, gewann er zehn und legte dabei eine sagenhafte Quote von 1,31 Gegentoren im Schnitt pro Spiel und .951 Prozent abgewehrten Schüssen.

Elliott ist der erste Goalie, der in jedem seiner ersten elf Saisonspieler nicht mehr als zwei Tore kassierte seit Frank Brimsek von den Boston Bruins in der Spielzeit 1938-39. In diesen elf Spielen schaffte er nicht weniger als drei Shutouts. Damit führt er alle wichtigen Torwartstatistiken an bis auf Siege insgesamt, wo er mit zehn Erfolgen auf dem geteilten achten Rang liegt. Es führen dort Kari Lehtonen (Dallas Stars), Marc-Andre Fleury (Pittsburgh Penguins) und Jimmy Howard (Detroit Red Wings) mit jeweils 13 Siegen.

Erst im Sommer unterschrieb Elliott als Free Agent bei den Blues, nachdem er bei der Colorado Avalanche keinen neuen Vertrag mehr bekommen hatte. Davor war er bei den Ottawa Senators, aber bei keinem Team hatte er sich als Nummer 1 etablieren können, bis ihm St. Louis nun die Chance gab, unter Hitchcock gewann Elliott sämtliche fünf Spiele.

Crosby punktet und punktet und punktet

Bei den Feldspielern führt weiterhin Phil Kessel von den Toronto Maple Leafs die Statistiken in Punkten (31) und Toren (16) an. Sidney Crosby macht sich derweil in großen Schritten auf die Aufholjagd. Nach vier Punkten im ersten Spiel gegen die New York Islanders war er in der zweiten Partie gegen die Blues leer ausgegangen, doch danach folgten wieder drei Assists gegen die Senators, sowie jeweils zwei gegen die Montréal Canadiens und die New York Rangers. Macht elf Punkte in fünf Spielen, wenn der Pens-Kapitän in diesem Tempo weitermacht, ist die Art Ross Trophy für den besten Scorer tatsächlich noch möglich.

Während Crosby also richtig heiß läuft, ist sein Rivale der vergangenen Jahre Alex Ovechkin eiskalt, was sicher auch ein Grund für die Misere der Capitals ist. In den vergangenen neun Spielen gelang dem Russen nur ein einziger Treffer. Insgesamt liegt er bei mauen acht Toren und 18 Punkten in 23 Spielen.

Da war man vom Caps-Kapitän zu Beginn seiner NHL-Karriere ganz andere Zahlen gewohnt. In vier seiner ersten fünf Spielzeiten kam Ovechkin über 100 Punkte, sein vorläufiger Tiefpunkt war vergangene Saison mit 85 Punkten. Im Moment sieht es so aus, als wenn er dies nun sogar noch unterbieten wird.

Henning Schulz

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